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Route 8: Segeberg
Landpartie zu Gütern und Seen
Gut Kaden

Ein erster Überblick

Gut Kaden

Eine von Linden gesäumte Kopfsteinpflasterstraße führt auf den Ehrenhof des 1762 erbauten Herrenhauses, das heute Sitz eines Golfclubs ist. Üppige Rhododendron, Eichen, Buchen und Kastanien und eine weit in die Landschaft strahlende Allee sind das Herzstück des Landschaftsgartens. An diesen schmiegen sich die Greens einer anspruchsvollen Golflandschaft, in der jährlich die Weltelite des Golfsports zu Gast ist. Die Pinnau durchfließt dieses modellierte Gelände und markiert in der Nähe des Herrenhauses das frühere Wehrsystem, zu dem auch ein Umflutgraben und die Fischteiche gehörten. Der neben den Gewässern verlaufende Weg markiert die historische Kadener Landstraße. Wer in den waldähnlichen Teil der Anlage eintaucht und dort auf Entdeckungsreise geht, erschließt sich mit dem Eiskeller und alten Parkbäumen Spuren eines historischen Gartens. Pfade führen durch zwei Linden- und eine Hainbuchenallee, in deren Anschluss ein Damm von einst aufwändiger Landeskultur zeugt.  

Eine Gutsanlage im Wandel

Verschiedene bekannte Adelsgeschlechter lenkten im Laufe der Jahrhunderte Kadens Geschicke. Die Ritter von Alverslo besaßen im 14. Jahrhundert das Gut „tho Caden“ und das benachbarte Dorf Alveslohe. Um 1400 verkauften sie den Besitz an die adlige Familie von Reventlow, von der er an den dänischen König Christian I überging. 1496 folgte dann die Familie von Ahlefeldt, die ihren Stammsitz in Haseldorf hat (siehe Gartenroute Pinneberg, Gutspark Haseldorf) und auf dem Hof, der bis dahin reiner Wirtschaftshof war, ein erstes bescheidenes Herrenhaus als Witwenhaus für die Familie errichten ließ. Unter der Ägide der von Ahlefeldts wurde bereits 1709 die Leibeigenschaft abgeschafft, womit das Gut in Holstein führend war. Nach dem Übergang des Guts an die Familie von Schilden 1754 wurde das heutige Herrenhaus errichtet. Gemeinsam mit den Wirtschaftsgebäuden rahmt es als dreiflüglige Anlage den Ehrenhof. Noch bis 1984 bestimmte die Landwirtschaft die Abläufe auf dem Gut. Erst mit Erwerb durch die Deutsche Bank setzte eine völlig neue Ära ein: Ehemalige Felder und Wiesen wurden zu einer fein modellierten Golflandschaft umgestaltet, die besonderen Landschaftsgenuss bietet.

Von Pars, Birdies und Eagles

Die von der Pinnau durchflossene Golflandschaft mit 27 Bahnen gilt wegen der Vielzahl der Wasserhindernisse und Bunker als besonders anspruchsvoll und eignet sich deshalb für die Austragung hochrangiger internationaler Turniere. Jährlich finden hier herausragende internationale Turniere statt. Der Greenkeeper hat alle Hände voll zu tun, für internationale Meisterschaften ebenso wie für den Alltagsgebrauch das Gras zu einem dichten Flor sprießen zu lassen. Nicht zu vergleichen mit dem häuslichen Rasen ist der Aufwand, das Grün auf den Greens 3-4 mm, auf den Tees 8 mm und auf den Fairways auf 12 mm Höhe zu halten. Ein differenziertes Trainings- und Kursangebot zeigt den Weg zur Platzreife auf, bietet aber auch Fortgeschrittenen Möglichkeiten zum Verfeinern der Technik unter professioneller Anleitung. Ein voller Turnierkalender gibt ambitionierten Golfern Gelegenheit zu Nervenkitzel einschließlich Naturgenuss. Das Clubrestaurant bietet dafür die ausreichende Stärkung.

Ernst Georg Sonnin, Blitzableiter und Kartoffelanbau

Baumeister des um 1760 errichteten Herrenhauses war Ernst Georg Sonnin (1713-1794), ein ausgebildeter Ingenieur und Architekt. Er wurde durch den Wiederaufbau des „Michels“, also der Hamburger Michaeliskirche bekannt und zählte zu den Ersten, die den im 18. Jahrhundert neuen Franklin‘schen Blitzableiter einsetzten. Wegen seiner umfassenden technischen Ausbildung kümmerte er sich um Instandsetzungen von Kirchen, bei denen er so manchen Kirchturm „gerade rückte“. Sonnin zählte zu den Begründern der „Hamburgischen Gesellschaft zur Beförderung der Künste und nützlichen Gewerbe“, später auch „Patriotische Gesellschaft von 1765“ genannt, die im Geist der Aufklärung nach angelsächsischen Vorbildern ins Leben gerufen wurde. Sie ist der uneigennützigen Beförderung des Gemeinwesens verpflichtet, genauso wie die „Gemeinnützige“ in Lübeck, die ihren Sitz in der dortigen Königstraße hat (siehe Gartenroute Lübeck, Bürgergärten). Auf Betreiben der Hamburgischen Patriotischen Gesellschaft wurde der Kartoffelanbau in der Hafenstadt eingeführt und 1788 die erste Sparkasse Europas gegründet.

Das Kadener Herrenhaus wurde um 1760 von Sonnin im Auftrag der Familie von Schilden errichtet. Das Rokoko-Gartenportal und etliche Stuckaturen stammen ebenfalls noch aus dem 18. Jahrhundert. Das äußere Erscheinungsbild ist allerdings überwiegend auf das 19. Jahrhundert zurückzuführen, denn der zweigeschossige Bau wurde etwa hundert Jahre später von den Grafen zu Platen-Hallermund (siehe Gartenroute Ostholstein, Schloss Weißenhaus) noch einmal umgestaltet. Durch das zum Hof gelegene Vestibül aus dieser Bauzeit gelangt man in den Gartensaal. Dieser ist heute das Herzstück des Restaurants, wo in stilvollem Ambiente kulinarische Köstlichkeiten beim Blick in den Park genossen werden können.

Auf der Suche nach historischen Gartenspuren

Unterhalb der Freitreppe des Gartenportals präsentiert sich ein Gartenbereich, der sich mit ausgedehnten, von alten Bäumen gerahmten Rasenflächen bis an die Pinnau erstreckt. Imposante Rhododendron beeindrucken im Frühjahr mit reichem Blütenflor. Aus der Mittelachse des Herrenhauses führt ein Weg auf die Lindenallee jenseits des Gewässers, wo das rege Treiben der Golfwelt beginnt. Die historische Kadener Straße führt von der Hofseite des Herrenhauses nach Südosten, vorbei am Relikt des Backhauses und den ehemaligen Fischteichen. Etwa parallel zum Hof erstreckt sich eine Lindenallee, die in einen ungenutzten Gartenteil führt, in dem mit Blutbuche und Magnolie Schönheiten eines ehemaligen Landschaftsgartens zu finden sind. Festes Schuhwerk ist hier ebenso erforderlich wie bei der Suche nach dem Eiskeller, der in dieser Richtung nahe der Straße nach Ulzburg liegt. Lang gestreckt lag an dieser einst der Obstgarten, auf der Nordostseite begrenzt durch eine Hainbuchenallee, die möglicherweise stiller Zeuge eines einstigen Barockgartens ist. Damals noch als Schnitthecken in Form gehalten, wandelte man auf eine Lindenlaube, vielleicht sogar auch auf einen Pavillon zu. Am Ende der Hainbuchenallee steht jedenfalls ein kleines Lindenrondell, das solche Fantasien beflügelt. Ein Pfad auf dem Damm durch den Wald führt zurück auf die Kadener Straße und eröffnet einen weiteren Ausblick in die außergewöhnliche Golflandschaft.

Adresse

Kadener Straße 9
25486 Alveslohe
Telefon 04193 - 99290

Eigentümer: Wolfgang Mych

Öffnungszeiten

ganzjährig frei zugänglich
Eintritt: kostenfrei

Anreise

Icon Parken

Icon Eisenbahn AKN "Henstedt Süd"

Serviceinformationen

Icon WC   Icon Hund verboten   Icon Rollstuhl (teilweise)

Angebote

Veranstaltungen: Auf Gut Kaden finden zahlreiche, teils hochrangige Golfturniere statt. Näheres unter www.gutkaden.de.

Gastronomie

Icon  Cafe  Gut Kaden, Golf und Land Club GmbH

Veranstaltungsorte

Standesämter: Standesamt des Amtes Kaltenkirchen-Land

Gärtnereien & Läden

Gärtnereien: Garten Lunge

 

Kontakt

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