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Route 9: RD-Eckernförde
Aus blauer Blüte grüne Kunst
KIC Skulpturenpark

Ein erster Überblick

Skulpturenpark NordArt im Kunstwerk Carlshütte

Auf dem Gelände der stillgelegten Gießerei aus dem frühen 19. Jahrhundert entstand 1997 das Kulturforum „Kunst in der Carlshütte“ (KiC). Durch diese weitsichtige Umnutzung als gemeinsame Initiative der ACO Gruppe und der Städte Büdelsdorf und Rendsburg erblüht das Gelände heute künstlerisch. Die jährliche Nord Art, eine renommierte Kunstausstellung mit Werken von Künstlern aus aller Welt, umfasst neben den alten Hallen auch die Kunst im Grünen auf einem sechs Hektar großen Parkgelände, dessen Ursprünge bis in das frühe 19. Jahrhundert zurückreichen. Unter alten Bäumen im ehemaligen Landschaftspark haben Bronzeköpfe des Künstlers Jan Koblasa als stille Beobachter ihren dauerhaften Platz bezogen. Im großen Steinlabyrinth aus 500 Granitfindlingen lädt der Künstler Wolfgang Gramm auf eine Reise zur eigenen Mitte ein.

Vom Dampfschiff bis zum Eisenkunstguss

Als sich im frühen 19. Jahrhundert die Handelswege öffneten und man in der Umgebung von Büdelsdorf größere Raseneisenerzvorkommen vermutete, baute der Kaufmann Marcus Hartwig Holler (1796–1858) im Jahr 1827 zunächst eine Eisenhütte, die er nach seinem Förderer, dem königlichen Statthalter von Schleswig-Holstein, Carl von Hessen, "Carlshütte" nannte. Bald stellte Holler die Produktion auf Roheisen um, da sich die Verhüttung des Raseneisenerzes als unproduktiv erwies. Der damals neue Eiderkanal, der 1784 fertiggestellt wurde, hatte bereits für eine gute Anbindung an die Transportwege zu Wasser gesorgt. Mit der Fertigstellung des Nord-Ostsee-Kanals gut hundert Jahre später öffnete sich das Tor zur Welt ab 1895 noch einmal erheblich weiter, so dass die Belegschaft der Carlshütte auf 1.100 Mitarbeiter im Jahre 1909 anstieg. Die Carlshütte war damals das größte Eisenwerk Norddeutschlands.

Bereits ab 1883 übernahm die Familie Ahlmann Schritt für Schritt die Hütte von der Gründerfamilie Holler, zunächst unter Leitung von Johannes Ahlmann (1851–1939), dann ab 1918 unter seinem Sohn Julius. Mit diesem Familienwechsel änderte sich auch die Produktpalette der Gießerei und in den folgenden Jahrzehnten produzierte die Fabrik mit großem Erfolg insbesondere Öfen und Zentrifugen für Meiereien und vor allem emaillierte gusseiserne Badewannen.

Nach dem Tod von Julius Ahlmann führte seine Witwe Käte ab 1931 die Geschäfte. Käte Ahlmann (1890–1963) hatte in ihrer Jugend eine Gärtnerinnenlehre absolviert und neben ihrer erfolgreichen unternehmerischen Tätigkeit daher auch ein großes Interesse am Garten. So führte sie den Obst- und Gemüseanbau ein sowie die in der Region zur damaligen Zeit unbekannten Artischocken und etablierte eine richtiggehende Landwirtschaft um das Eisenwerk herum. Die frische Vorzugsmilch diente der Gesundheit ihrer Gießereiarbeiter und ihre Gravensteiner Äpfel wurden den Mitarbeitern an den Werkstoren angeboten.

Sie stiftete 1963 zudem das Eisenkunstguss-Museum, das heute zu den bedeutendsten Sammlungen von Eisenkunst in deutschsprachigen Raum gehört.

Im Jahr 1997 endete in der Carlshütte nach 170 Jahren die Produktion von Eisenwaren und sie wandelte sich zum Kulturzentrum, wo neben Eisen nun nicht nur Bronze, Stein und Holz in Form gebracht werden.

Der Park der Carlshütte

Der Skulpturenpark der Kulturinitiative „Kunst in der Carlshütte“ (KiC) befindet sich auf dem Gelände des Landschaftsgartens, der am alten Direktorenhaus der Eisengießerei im frühen 19. Jahrhundert angelegt wurde. Auf dem Grundstück standen ehemals jedoch auch weitere Nebengebäude, von denen die Meierei und die Wagenremise von 1913 erhalten sind. Heute wird im Ausstellungscafé in der Alten Meierei die Milch zum Kaffee gereicht und Ausstellungsbesucher kommen in den Genuss von Apfelkuchen, der aus den alten Apfelsorten der Obstbäume im Park gebacken wurde.

Zeitig im Frühjahr legt sich ein blauer Teppich aus Scilla und Krokussen über die Wiesen des Skulpturenparks. Besonders der Krokusteppich unter der riesigen Blutbuche hat dort eine lange Tradition und wurde in den letzten Jahren liebevoll nachgepflanzt und erweitert.

Der kleine Teich im Park war schon im 19. Jahrhundert Teil der Gestaltungen und entstand aus einem alten Eiderarm. Ehemals gab es auf dem Betriebsgelände der Carlshütte sogar ein Schwimmbad für Betriebsangehörige, welches ebenfalls aus diesem natürlichen Wasservorkommen gespeist wurde. Der Bau des Nord-Ostsee-Kanals zu Ende des 19. Jahrhunderts führte allerdings dazu, dass der Grundwasserstand um rund zwei Meter sank und dies wirkte sich auch auf die Gewässer im Umfeld aus. Es ist daher zu vermuten, dass der Teich im Park einst eine größere Ausdehnung hatte, die Schwimmhalle ist lange verschwunden. Interessant ist die schöne weiße gusseiserne Bogenbrücke, die über das Wasser des Teichs führt. Sie wurde in der Carlshütte selbst hergestellt und verrät in ihrem gegossenen Fuß noch mit 1834 ihr Entstehungsdatum.

Zu einigen stattlichen Bäumen der einstigen Gestaltung haben sich interessante Pflanzungen jüngerer Zeit gesellt, so dass eine schöne Kulisse aus Buchen, Blutbuchen, Platanen, Trauerweiden, Walnuss, Kastanie und verschiedenen Koniferen – darunter Sumpfzypressen und verschiedene Fichtenarten – entstanden ist, die den präsentierten Kunstwerken einen schönen Rahmen geben. Die Bäume sollen zukünftig beschildert werden. An vielen Stellen sind noch alte Obstbäume zu finden, die durch Neupflanzungen alter Sorten ergänzt wurden und dem Wiesenraum einen besonderen Charme verleihen. Die Parkgestaltungen entwickeln sich dabei beständig weiter und entstehen unter der kunstsinnigen Hand von Wolfgang Gramm, Maler und Bildhauer mit einem Gespür für den Garten.

Zwischen Kunst und Bäumen stehen schöne Eisenguss-Stühle. Sie sind Nachgüsse nach einem Entwurf von Karl Friedrich Schinkel (1781–1841) und wurden in den letzten Jahren in der Gießerei Michelbacher Hütte der ACO Gruppe in Hessen-Nassau nachproduziert. Früher entstanden solche Stühle wohl auch in der Carlshütte.

Nord Art und Kunst im Park

Die Carlshütte liegt nach Turbulenzen in den 1970er Jahren heute wieder in der Obhut der Familie Ahlmann und das Engagement von Hans-Julius und Johanna Ahlmann ermöglicht es, dass jährlich seit nunmehr über zehn Jahren die Nord Art auf dem alten Betriebsgelände ausgerichtet wird. Die international besetzte Kunstausstellung präsentiert jeweils in den Sommermonaten von Juni bis September Künstler aus aller Welt von China über Russland und Finnland bis Zypern und Kanada und gibt einen Einblick in die aktuelle Kunst. So entwickelte sich die Nord Art in den letzten Jahren zur größten jährlichen Ausstellung zeitgenössischer Kunst in Nordeuropa. 245 Künstler aus 55 Nationen präsentierten hier zuletzt ihre Kunstwerke. Das Parkgelände, aber auch öffentliche Plätze der Städte Büdelsdorf und Rendsburg verwandeln sich zu dieser Zeit in imposante Open-Air-Galerien für Stein- und Stahlskulpturen, in den Gießereigebäuden präsentieren sich Malerei, Grafik, Fotografie und Installationen. Im Vorfeld der Nord Art finden jeweils im Mai Bildhauersymposien statt, zu denen Stein- und Stahlbildhauer eingeladen werden und Werke speziell für die Nord Art schaffen.

Im Park befinden sich derzeit rund 120 Skulpturen, einige davon als Dauerleihgaben, andere nur für die Zeit der Nord Art. So wandelt sich das Bild im Park von Jahr zu Jahr. Unter den durchweg zeitgenössischen Bildhauern, deren Werke im Park vertreten sind, befinden sich auch „Urgesteine“ der Schleswig-Holsteinischen Kunst wie Pierre Schumann und Jan Koblasa, die als Professoren viele Künstler, die ebenfalls im Park vertreten sind, prägten und prägen.

Dauerhaft im Park befindet sich das Steinlabyrinth von Wolfgang Gramm. Es ist das größte bekannte Natursteinlabyrinth in Europa und besteht aus 500 Ostseefindlingen mit einem Gesamtgewicht von 550 Tonnen, von denen der schwerste Stein sieben Tonnen wiegt. Es ist zugleich Atrium und begehbares „Tastmal“, in dem sich die unterschiedlichen Kiesstreuungen mit nackten Füssen erspüren lassen. Symbolisch setzt es den politischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten des 21. Jahrhunderts eine positive Botschaft entgegen, denn der, der sich auf den Weg begibt, kommt am Ende im Labyrinth immer ans Ziel.

Auch außerhalb der Nord Art laden Hallen, Wagenremise und Park zu regelmäßigen Kulturveranstaltungen. Dazu zählen Kunstausstellungen, Konzerte, Lesungen, Theater- und Filmvorführungen. Besonders stimmungsvoll ist ein Hörspiel mit Obstkuchenbewirtung aus eigenen Carlshütten-Äpfeln an der ehrwürdigen alten Blutbuche am Teich mit seiner beschaulichen weißen Bogenbrücke.

Adresse

Vorwerksallee
24782 Büdelsdorf
Telefon 04357 – 996770

Öffnungszeiten

Park zugänglich während der Nord Art von Juni - Sept. Mi–So 11–19 Uhr. Ausstellungscafé Alte Meierei, während der Nord Art,  Mi–So 12–19 Uhr
Eintritt: eintrittspflichtig
Besuchszeit: Nord Art Juni - September

Anreise

Icon Parken Vorwerksallee

Icon Eisenbahn Bhf Rendsburg (2km)

Icon Bus 10, 11, 12 Carlshütte

Serviceinformationen

Icon WC   Icon Hund verboten   Icon Rollstuhl (teilweise)

Angebote

Führungen: Führungen regelmäßig zur Nord Art & Gruppenführungen nach Vereinbarung, gebührenpflichtig, T 04357-996770, info@kic-nordart.de
Veranstaltungen: jährliche Kunstausstellung Nord Art Juni – Sept., gelegentliche Konzerte, Lesungen, Film- und Theatervorführungen

Gastronomie

Icon  Cafe  Ausstellungscafé Alte Meierei

Veranstaltungsorte

Kulturstätten: Kunstwerk Carlshütte

Gärtnereien & Läden

Gärtnereien: Biolandbaumschule Marienhof
Gartencenter Wohlgehagen

 

Kontakt

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