Route 9: RD-Eckernförde
Aus blauer Blüte grüne Kunst
Gutspark Kluvensiek

Ein erster Überblick

Gutspark Kluvensiek Malerisch in einem Landschaftspark liegt das Herrenhaus Kluvensiek (1777/1837), das über eine stattliche Lindenallee von der Straße erreicht wird. Der urige Name des Gutes bezieht sich auf seine landschaftliche Lage in einer von der Mühlenau durchflossenen sumpfigen (Siek) Geländemulde (Kluven). Als zu Ende des 19. Jahrhunderts der nahe Nord-Ostsee-Kanals gebaut wurde, wählten wohl sogar Kaiser Wilhelm I. und sein Feldmarschall Graf Moltke Kluvensiek wegen der günstigen Lage für eine Übernachtung auf dem Weg zu einer Besprechung des Kanalbaus. Ganz in der Nähe verläuft auch der Alte Eiderkanal als Vorgänger des Nord-Ostsee-Kanals und die Reste einer alten Schleusenanlage sind an der Straße nach Osterrade erhalten. Im schönen Landschaftspark sind stattliche Eichen, Buchen und Linden aus dem 18.-19. Jahrhundert zu finden, die den Park im Herbst in goldene Farbtöne tauchen. Dazwischen setzen moderne Plastiken Akzente. Ein Obelisk ist nahe der Auffahrt unter Bäumen platziert.

Der alte Gutsgarten

Schon 1450 ist in Kluvensiek von einem Herrenhaus die Rede, damals gehörte es dem Ritter Otto von Sehestedt, dessen Familie auch die adeligen Güter Osterrade, Kronsburg und Groß Nordsee inne hatte und in Kluvensiek bis 1598 wirkte. Danach wechselten die Besitzer häufig. Erst als Georg Heinrich Hagemann und sein Schwiegervater Christian Scheel 1772 zu gleichen Teilen die Güter Kluvensiek und Osterrade kauften kam es zu größeren Veränderungen. Während Scheel sich auf Osterrade niederließ, übernahm Hagemann Kluvensiek und ließ an Stelle des alten Wohnhauses ein eingeschossiges Herrenhaus errichten.

Offenbar wurde in dieser Zeit auch der Gutsgarten neu gestaltet, denn ein Bericht von 1777 scheibt von „recht guten Anlagen“ hinter dem Haus, durch die ein Arm der alten Eider fließt.

Auch eine erhaltene Gutskarte von 1849 zeigt einen Landschaftsgarten mit geschwungenen Wegen, Gehölzflächen und Wiesen, der sich bis an den Alten Eiderkanal und die Schleuse, deren Reste noch an der Straße nach Sehestedt erhalten sind, heranzog. Verschiedene Brücken führten über einen Gewässeraltarm der Eider, die Mühlenau, die den Park S-förmig durchfloss. Auf einer Geländespitze am Abzweig des Altarms vom Alten Eiderkanal befand sich einst ein Eiskeller.

Vor den Hofgebäuden, also auf dem Gelände, welches sich heute östlich der Zufahrtsallee aus alten Linden vom Herrenhaus bis zur Straße erstreckt, lag ein Küchengarten, „der mit Obstbäumen bester Art und wohl unterhaltenen Treibereien versehen [..][war] und in dem sich mehr produzieren [..][ließ] als eigentlich für die herrschaftliche Haushaltung nöhtig“ war.

Die heute an der Straße liegenden gemütlichen kleinen Backsteingebäude sind ehemalige Gärtnerhäuser.

Das Herrenhaus bekam seine heutige spätklassizistische Gestalt, als Kluvensiek 1830 abermals den Besitzer wechselte, diesmal ging es an Gustav Hirschfeld vom Gut Kronsburg. Durch ihn wurde das Gebäude 1837 um ein Stockwerk und das Giebelgeschoss erhöht. Vielleicht wurden auch im Garten zu dieser Zeit Arbeiten ausgeführt, die dann in der oben erwähnten Gutskarte dargestellt wurden.

Weitere Besitzer folgten und ergänzten die innere Gestaltung des Hauses. Heute wird das Herrenhaus von der Familie Strathmann bewirtschaftet, die den repräsentativen Bau als Tagungs- und Veranstaltungsort nutzt. Das landwirtschaftliche Gut ist weiterhin im Besitz der Familie Hoenck, die es seit 1893 bewirtschaftet.

Die landschaftliche Gestaltung ist noch heute im Park erhalten. Stattliche Eichen und Buchen und die Zufahrtsallee aus Linden, die schon in einer Karte der Preußischen Landaufnahme von 1870 eingetragen ist, gehören dazu. Kontrastierend dazu wurden in den letzten zwanzig Jahren verschiedene moderne Plastiken aufgestellt. Auch ein alt anmutender Obelisk und eine Vase mit den Initialen Strathmanns gehören dazu.

Am Alten Eiderkanal

Der Gutspark Kluvensiek grenzt an den Alten Eiderkanal, der seit 1784 zunächst unter der Bezeichnung Schleswig-Holsteinischer Kanal die Verbindungswasserstraße zwischen der Ostsee bei Kiel und der Eider war, die in die Nordsee floss. Der Alte Eiderkanal ist damit der Vorgänger des Nord-Ostsee-Kanals. Reste einer alten Schleusenanlage sind in Kluvensiek an der Straße nach Osterrade erhalten. Der Bau der Schleusen erfolgte damals nach holländischem Vorbild und wurde von erfahrenen Zimmerleuten ausgeführt.

Wie eine informative Internetseite zum Kanal (www.bovenau.de/tourismus/alter-eiderkanal) schildert, brachten die Bauarbeiten am Kanal für das ländliche Bovenau einige Veränderungen und wohl auch einen wirtschaftlichen Aufschwung mit sich. In einem Zeitungsartikel heißt es rückblickend: „Als der Kanal gegraben wurde, herrschte in der Bovenauer Gemeinde ein reges Leben, indem sich auf einem kleinen Fleck derselben zu Zeiten mehrere Tausend Menschen aufhielten. […] Schlachter, Bäcker, Krüger, Marketender und andere Nahrungstreibende hatten sich von den vielen Arbeitern am Kanal zu nähren [...] Auf dem Hof Osterrade war von dem Besitzer eine große Branntweinbrennerei und zu Kluvensiek gleichfalls von dem Besitzer eine Bäckerei eingerichtet [...] In den Dörfern hatten die Arbeiter sich bei 20, 30 ja 60 Personen in den Häusern einquartiert [...] Wie natürlich ging es auch nicht immer nach Sitte und Ordnung, Zügellosigkeit im Reden und Thun war unter einem solchen Haufen roher Menschen oft an der Tagesordnung.“ (Beilage zum Rendsburger Wochenblatt, Nr. 26 vom 29. März 1884).

Die Meinungen zum Kanalbau waren damals jedoch gespalten. So sahen die Gutsbesitzer in der Schifffahrt auch eine Konkurrenz zum Aalfang und zur Landwirtschaft, denn die Treidelei auf den kanalbegleitenden Wegen störte die Heuwerbung und die Aalkörbe. In einer Eingabe aus dem Jahre 1784 beschwert sich beispielsweise Georg Heinrich Hagemann, unter anderem Eigentümer von Kluvensiek, dass seine Leute nicht aus den auf der anderen Kanalseite liegenden Dörfern auf den Gutshöfen zum Hof- und Spanndienst erscheinen könnten, wenn die Brücken über die Kluvensieker Schleuse für die Schifffahrt dauernd offen gehalten werden müssten.

Fährt man über Osterrade weiter nach Sehestedt gelangt man über den Treidelweg am Nord-Ostsee-Kanal auch zu einer weiteren zum ehemaligen Alten Eiderkanal gehörigen Schleuse und Klappbrücke in Klein-Königsförde.

Adresse

Herrenhaus Kluvensiek
24796 Bovenau
Telefon 04334 – 815

Eigentümer: Silke Strathmann/ Familie Hoenck

Öffnungszeiten

ganzjährig frei zugänglich, Herrenhaus nicht zugänglich (Tagungs- & Schulungszentrum)
Eintritt: kostenfrei

Anreise

Icon Parken

Serviceinformationen

Icon Hund erlaubt   Icon Rollstuhl (teilweise)

Angebote

Veranstaltungen: Herrenhaus ist Tagungs- und Schulungszentrum

Gastronomie

Icon  Cafe  Gartencafé am Himbeerhof Steinwehr
Brauer's Aalkate Restaurant und Kanalfischerei

Veranstaltungsorte

Festsäle: Herrenhaus Kluvensiek
Standesämter: Standesamtsaußenstelle Herrenhaus Kluvensiek

Gärtnereien & Läden

Gärtnereien: Heischhof Stauden
Himbeerhof Steinwehr
Läden: Blumen und Geschenkartikel im Pferdestall
Nutzkunst Leander Bruhn

Weiterführende Informationen

Güter-Tour GmbH

 

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