Route 9: RD-Eckernförde
Aus blauer Blüte grüne Kunst
Eckernförder Promenaden

Ein erster Überblick

Eckernförder Promenaden

Kurpark, Strandpromenade, Bürgerpark am Landratsamt und Borbyer Ufer verbinden sich über den Hafen zu einem etwa 3 km langen begehbaren Blütenband an der Eckernförder Bucht. Mit Blick auf die Ostsee setzen Skulpturen aus Stahl und Stein Akzente, verbinden die Gartenkunst mit bildender Kunst und dem Glitzern des Wassers. Die Kunstwerke stammen von den wiederkehrenden Kunstausstellungen, die in den Anlagen durchgeführt werden. Unter den Werken sind solche der bekannten Bildhauer Achim Kühn und Martin Wolke oder der Kunstschmiede Hans-Jürgen Zyche, Michael Kaczmar und Heiner Marten. Für die unvergleichlich vielgestaltige Blütenpracht sorgt eine engagierte Stadtgärtnerei durch eigene Anzucht von Tausenden von Sommerblumen und Stauden, die in den Parks im Verlauf des Jahres immer wieder neue Farbspiele hervorbringen. Ein mäandrierender Bach aus blaublühenden Krokussen entstand als Kunstprojekt "Wasser im Fluss" in den Borbyer Anlagen in Zusammenarbeit mit dem Eckernförder Künstler Rüdiger Ziegler.

Ein Blütenkunstwerk

Im zeitigen Frühling bedeckt ein blauer Krokusteppich den Hang, der sich im Bürgerpark am Landratsamt in Richtung Förde erstreckt. Weiter schlängelt sich das Frühlingsblütenband aus 50.000 Krokussen als "Wasser im Fluss" durch die Bäume der Borbyer Anlagen.

Diese sehenswerte Frühlingsblüte, zu der sich im April auch noch Narzissen und Tulpen gesellen, ist nur der Auftakt zur jährlichen Blütenschau der Stadtgärtnerei aus Stauden und Sommerblumen, die der Stadt ein charmantes Erscheinungsbild gibt. Die Farbenpracht der Wechselpflanzung rührt dabei nicht nur von Primeln, Stiefmütterchen und anderen Sommerblumen sondern enthält auch Besonderheiten wie Lilien und Aronstabgewächse. Pflanzpläne werden dazu nicht erstellt, die Bepflanzung erfolgt jährlich neu, ganz nach dem Geschick der Stadtgärtnerei. Durch schöne Gestelle aus geflochtenen Weiden in Kegel- und Kugelform, die in den Wintermonaten ebenfalls selbst hergestellt werden, können hochwachsende Stauden und Ranker in Form gehalten werden.

Gleichzeitig werden in Eckernfördes Stadtentwicklungsplanung auch ökologische Prinzipien groß geschrieben. Die stadteigenen Flächen werden nach den Grundideen des Naturschutzes unterhalten und entwickelt. Neben einer strengen Baumschutzsatzung sind bestimmte Flächen naturnah angelegt, so findet man häufig Natur- statt Intensivrasenflächen. Unkraut wird mechanisch entfernt und im Pflanzenschutz wird ebenfalls soweit wie möglich auf biologische Schädlingsbekämpfung zurück gegriffen. Dabei wird eng mit Naturschutzverbänden und Landschaftspflegeorganisationen zusammengearbeitet. Aus diesem Grund erhielt die Stadt den Titel "Bundeshauptstadt für Natur- und Umweltschutz 1994/95" und wurde mehrfach als "Umweltfreundliche Gemeinde" ausgezeichnet.

Schmiedekunst im Wind

Wie durch eine Meeresgalerie spaziert man in den Promenaden von Eckernförde. Skulpturen unterschiedlichster Stilrichtungen sowohl von regionalen als auch von weithin bekannten Kunstschmieden und Künstlern sind hier zu finden. Die meisten der Kunstwerke stammen von Skulpturenausstellungen, die der Kunst- und Kulturverein Eckernförde e.V. organisiert.

Im Rasen des Kurparks taucht eine überlebensgroße Meerjungfrau durch blaue Blütenwellen. Sie gehört ebenso wie ein mit verdrehtem Gesicht auf das Meer blickender Mann zum Kunstobjekt „Schwimmübungen" des Künstlers Martin Wolke.

Die Steinskulptur „Vegetation“ der Bildhauerin Zuzana Hlináková dagegen ergänzt in abstrakter Form die rahmenden bunten Staudenpflanzungen. Weitere Skulpturen begleiten die Strandpromenade auf dem Weg zum Hafen. Darunter ist auch die „Eckernförder Nixe“ von Eckhard Kowalke, die direkt am Strand wie aus dem Meer aufgetaucht ist. Nicht weit davon liegt – zwar nicht als Kunstwerk aber gut geeignet zum artistischen Klettern – ganz passend ein Bootsspielplatz direkt am Strand. Auf dem Dachgarten des daneben gelegenen Ostsee Info-Centers (www.ostseeinfocenter.de) wird eine typische Strand- und Dünenvegetation auf kleinstem Raum präsentiert.

Besonderer Schwerpunkt in den Borbyer Anlagen liegt auf der Schmiedekunst, passend zum Ruf der Region Eckernförde als bedeutender Schmiedestandort. Besonders erfolgreich war dabei die internationale Metallbildhauer-Ausstellung „Schmiede im Wind 2003“ des Internationalen Fachverbands Gestaltender Schmiede. Von dieser Ausstellung konnten mehrere Kunstwerke dauerhaft in die Anlagen am Borbyer Ufer übernommen werden, auch durch die Unterstützung der Eckernförder Bürger. Die Stahlskulptur „Sounds“ von Michael Kaczmar aus Bauzen beispielsweise, die als in Stahl gegossene Schwingungs-Gabeln den Weg zum Lachsbachauslauf wie ein Portal flankiert, soll auf Wunsch des Stifterehepaares Hans-Christian Stehmann und Marie-Theres Stehmann-Vieson ihre positiven Schwingungen auf die Umgebung übertragen. Unweit davon blüht eine „Braunalge“ von Hans-Jürgen Zyche in der wieder geöffneten Mündung des Lachsbaches.

Mit Spenden der Bürger und des Wirtschaftskreises Eckernförde wurden auch die „Ruhe im Sturm“ des Berliner Bildhauers Achim Kühn und das „Segel“ von Gerhard Kunz erworben, die sich im Wind drehen und in der Sonne glitzern. Neben den Metallskulpturen der „Windschmiede“ begleiten auch zahlreiche in Stein gehauene Meerestiere die Borbyer Uferpromenade und erinnern an die echten Schalentiere am nahen Strand.

Die Entwicklung der Meerespromenaden

Heute begleiten von Süden nach Norden der Kurpark, die Strandpromenade, der Bürgerpark am Landratsamt – einst der Park der Landratsvilla – und das Borbyer Ufer die Eckernförder Wasserlinie. Die schönste Verbindung von der Eckernförder Altstadt nach Borby führt dabei über die alte Holz-Klappbrücke von 1872 am Hafen.

Die Parks der Eckernförder Promenaden haben seit jeher eine enge Verbindung zum Meer, die auch in der Neugestaltung der letzten zehn Jahre zum Ausdruck kommt. Bereits im 19. Jahrhundert begann der Badebetrieb, zunächst in den 1830er Jahren im damals eigenständigen Borby, welches damit zu den ältesten Seebädern Schleswig-Holsteins gehörte bevor es 1934 in das benachbarte Ostseebad Eckernförde eingemeindet wurde. Promenaden und Kuranlagen gehörten in den Seebädern zum guten Ton, jedoch ist die ehemalige Gestaltung dieser Anlagen in Eckernförde und Borby noch wenig erforscht. Aber selbst im ältesten bekannten Stadtplan Eckernfördes von Braun/Hogenberg aus der Zeit um 1620 ist entlang der Förde am Borbyer Ufer bereits ein baumgesäumter Weg eingetragen.

Der Eckernförder Hafen war einst bedeutend für Fischerei und Handel. Heute haben hier große Traditionssegler ihre Heimat gefunden. Weiterhin hat der Hafen eine große Bedeutung für Wassersport und Marine. Aber auch einige Fischkutter legen hier an und verkaufen frisch gefangenen Fisch. Sowohl der Hafen als auch die modern gestalteten Promenaden eröffnen immer wieder schöne Ausblicke auf Strand und Förde.

Im Kurpark stehen mehrere historische Denkmale aus älteren Gestaltungsepochen in der blütenreichen Oase direkt am Meer. Sie zeugen von der jahrhundertealten Verbindung der Stadt zu See, Seefahrt und Marine. Sowohl der Gefion-Brunnen als auch ein Denkmal in Form eines Obelisken und das Jungmann-Denkmal erinnern dabei an die so genannte „Affaire von Eckernförde“, die sich am Gründonnerstag des Jahres 1849 zutrug. In einem Seegefecht vor Eckernförde mit den Dänen am 5. April 1849 flog damals das dänische Linienschiff „Christian VIII“ mit einer gewaltigen Explosion in die Luft und die dänische Fregatte „Gefion“ strich die Flagge.

Das erste dieser Denkmale wurde 1862 von C. Pfeiffer aus Sandstein geschaffen und zeigt den Major Eduard Jungmann, als „Sieger von Eckernförde“ auf ein Kanonenrohr gestützt. Seine Grabplatte befindet sich heute auf dem Friedhof am Mühlenberg.

1870 errichtete man an der Stelle der einstigen Süderschanze der Stadt, die heute Teil des Kurparks ist, dann als zweites Denkmal einen Obelisken „600 Schritt von den Wellen, die Christian VIII. Grabstätte decken“. Der Gefion-Brunnen entstand in den 1930er Jahren nach einem Entwurf des Eckernförder Kunsterziehers Götting.

Den Brunnen zierte ursprünglich die eichenhölzerne Galionsfigur der „Gefion“. Sie zeigt die der nordischen Mythologie entstammende Göttin Gefion mit den Köpfen von vier Meeresgöttern. Das Original ist seit 1984 in der Eingangshalle des Rathauses zu finden und eine Kopie der Galionsfigur ziert heute den Brunnen.

Der große alte Anker im Kurpark besitzt hingegen eine andere Bedeutung. Er wurde 1912 von der Kaiserlichen Marine gestiftet, als der damalige Konsul Diederichsen die nach ihm benannte Stiftung auf der Carlshöhe für alte Seefahrer einrichtete. Der Anker stammt vom ehemaligen Artillerie-Schulschiff „Mars“, das in jenen Tagen abgewrackt wurde. Als die Carlshöhe von der Marine anderweitig genutzt wurde, gelangte der Anker in den Kurpark. Heute entsteht auf der Carlshöhe am Windebyer Noor mit seinem prägenden Baumbestand ein neuer Stadtteil.

Am Borbyer Ufer steht ein weiteres Denkmal, das an den Großen Kurfürsten (Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg 1620–1688) erinnert. Ursprünglich befand sich das vom bekannten Bildhauer Fritz Schaper (1841–1919) geschaffene Denkmal als Geschenk des Kaisers Wilhelms II in der einst ostpreußischen Ostseestadt Pillau, heute Baltijsk in Russland, wo es seit 1913 unterhalb des Leuchtturms stand. Im 2. Weltkrieg kam es im Zuge der Materialverwertung für den Krieg mit anderen Denkmälern und vielen Kirchenglocken nach Hamburg, entging dort aber den Schmelzöfen. Als Eckernförde Patenstadt von Baltijsk wurde, kam das Denkmal 1955 in die schleswig-holsteinische Ostseestadt, wo es wieder auf das Wasser schaut und die beide Städte verbindet.

Zum Friedhof Borby und am Mühlenberg

Einen schönen Ostseeblick genießt man vom Aussichtspunkt auf dem Petersberg an der Bergstraße in Borby. Hier befand sich einst der Ballastabladeplatz, wo Steine und Sand als Ballast der unbeladenen Schiffe abgeladen wurden. Nachdem der Ballastplatz ab 1843 aufgegeben wurde, entwickelte der engagierte Stadtphysikus Dr. Petersen Pläne zur gärtnerischen Gestaltung des ehemaligen Ballastberges und förderte diese. Bei der Straßenbenennung im Jahre 1897 erinnerte man sich an den engagierten und großzügigen Spender und nannte den Ballastberg von nun an Petersberg.

Schon im 12. Jahrhundert war hier in Borby die Feldsteinkirche gebaut worden und zur gleichen Zeit entstand vermutlich auch der Friedhof. Vorher gab es hier schon eine Fluchtburg aus Erdwällen und Palisaden. Durch seine Hügellage ist der Friedhof ungewöhnlich in höhengestuften Terrasse angelegt.

Der nahe gelegene Friedhof am Mühlenberg wurde 1827 geweiht, als der Friedhof an der Nikolaikirche zu klein wurde. Ein Obelisk (1827) erinnert an das Engagement der „Eckernförder Beliebung“ bei der Einrichtung des Friedhofs. Eine stattliche Lindenallee führt vom Eingangstor zur Kapelle von 1885. Besonders sehenswert ist der Friedhof zur Krokusblüte im März und zur Rhododendronzeit im Mai. Unter den interessanten Grabsteinen ist auch der des Eckernförder Blumenmalers Max Streckenbach (1863–1936).

EDITH-Garten Details

Adresse

Vogelsang/ Bergstraße, Preußerstraße
24340 Eckernförde

Eigentümer: Stadt Eckernförde

Öffnungszeiten

ganzjährig frei zugänglich
Eintritt: kostenfrei
Besuchszeit: sehenswerte Frühjahrsblüte

Anreise

Icon Parken Preusserstraße, Am Exer

Icon Eisenbahn Eckernförde

Icon Fähre Eckernförder Stadthafen/ Yachthafen: Segelboote können in den Marinas als Gäste anlegen

Serviceinformationen

Icon WC   Icon Hund erlaubt   Icon Rollstuhl (teilweise)

Angebote

Führungen: Führungen für Gruppen nach Anmeldung. Parks: Frau Wischmann T 04353 – 359, Friedhöfe: Herr Wilkniß, T 04351 - 41877, Lapidarium Borby: T 04351 – 81291

Angebote für Kinder

Gastronomie

Icon  Cafe  Historischer Gasthof Grüner Jäger
Cafés in der Eckernförder Innenstadt
Restaurant und Café Kiekut

Gärtnereien & Läden

Gärtnereien: Gärtnerei Meyer

Freundeskreise und Fördervereine

Kunst-und Kulturverein Eckernförde e.V.

Weiterführende Informationen

Eckernförde Touristik und Marketing GmbH

 

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