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Route 8: Segeberg
Landpartie zu Gütern und Seen
Gutspark Seedorf

Ein erster Überblick

Gutspark Seedorf

Ein eindrucksvolles Alleensystem strahlt vom ehemaligen Gut Seedorf weit in die Landschaft. Eine dieser Baumlinien ist die „Himmelsallee“, die zum Torhaus von 1583 führt. Das hohe Backsteingebäude schützte einst im Verbund mit einem System aus Wällen und Wassergräben die Gutsanlage. Als dieser Schutz um 1800 nicht mehr benötigt wurde, ebnete man Wälle und Gräben ein, jedoch sind Reste der Vereidigungsanlagen am Gut erhalten geblieben. In den Gutsgebäuden und den Gärten finden sich Anklänge aus mehreren Jahrhunderten, die die herrschaftliche Anlage erlebt hat. Darunter ist das Herrenhaus von 1697, die ehemalige Orangerie von 1709 und Alleenreste, die von der einstigen formalen Gestaltung zeugen und ein Alter von bis zu 200 Jahren aufweisen. Das Herrenhaus lädt mit seinem Sommercafé dazu ein, die sanft gewellte Landschaft rund um den Seedorfer See zu genießen. Im Torhaus lässt sich in außergewöhnlichem Ambiente heiraten und im Herrenhaus stehen für anschließende Feiern verschiedene Räume zur Verfügung.

Zu Gast im Herrenhaus

Die Geschichte des Gutes Seedorf begann bereits im 15. Jahrhundert, als eine der angesehensten Adelsfamilien in Holstein, die Buchwaldts, 1462 den Herrensitz am Seedorfer See begründeten. Von 1480 dann war das Gut über 250 Jahre lang im Besitz der Familie Blome, die es zum Idealtypus einer gutsherrlichen Anlage in Schleswig-Holstein ausbaute. Danach wechselten ab 1732 mehrfach die Besitzer bis das Gut zwischen 1929 und 1934 aufgesiedelt wurde. Damit endete die jahrhundertealte Gutsherrschaft.

Das heutige Herrenhaus von Seedorf entstand ab 1697 durch die umfassende Überarbeitung eines älteren Gebäudes unter Hans Blome in seiner heutigen Form und war dereinst der Sitz der Gutsherren. Weitere Veränderungen erfolgten um 1750/1760 und unter den Fürsten von Schwarzburg-Rudolstadt erhielt das Herrenhaus 1829 sein heutiges klassizistisches Erscheinungsbild. Kriegswirren und die Beherbergung von Flüchtlingsfamilien machten das Haus bis 1980 fast abbruchreif. Durch viel privates Engagement und die Unterstützung durch den Denkmalschutz konnte das Herrenhaus jedoch erhalten werden. So befinden sich im Inneren beispielsweise noch herrliche Rokokostukkaturen und klassizistische Wandmalereien.

Heute ist das Herrenhaus im Besitz der Familie Jordan-Wittwer. Im historischen Gewölbekeller ist ein stilvolles Restaurant untergebracht und im Sommer lädt der Cafégarten am Haus seine Gäste zum Kaffeetrinken und Essen mit Blick auf den Seedorfer See ein. Das Außengelände, die Festräume im Herrenhaus sowie der ehemalige Pferdestall können auch für Empfänge, Seminare, Tagungen, Kulturveranstaltungen und Feiern gemietet werden.

Von Wällen und Wassergräben

Im Jahre 1583 ließ der damalige Grundbesitzer Hans Blome das heute über 400 Jahre alte, denkmalgeschützte Torhaus von Seedorf erbauen. Auf der im Turm hängenden Glocke aus jener Zeit ist dieses Erbauungsjahr zu finden. Früher gab es hier sogar eine Zugbrücke als Einfahrt zu der mit Wällen und einem Wassergaben geschützten Burganlage. Teile der Gräben und Wälle sind heute noch ebenso vorhanden wie die Schießscharten am Torhaus. Auch die Vorrichtungen für den ehemaligen mittelalterlichen Galgen sind an der Außenseite des Torhauses noch zu finden, denn in den unteren Räumen befanden sich einst Gefängniszellen und Folterkammer, die heute als Museumsräume genutzt werden. Der frühere Rittersaal mit seinen rund 60 qm Größe und einer original erhaltenen Balkendeckenkonstruktion kann nach Voranmeldung besichtigt und auch für Festlichkeiten und Tagungen gemietet werden.

Die Befestigungsanlagen von Seedorf bestanden vermutlich schon seit dem Mittelalter. Um 1800 dann wurde der Graben am Herrenhaus zugeschüttet und auch die Wälle teilweise beseitigt, denn einen strategischen Nutzen hatten die Verteidigungsanlagen zu dieser Zeit nicht mehr. Schon im 18. Jahrhundert war vermutlich die alte Lindenallee auf einem noch erhaltenen Wallrest gepflanzt worden. Auch der mit Linden bestandene Hügel östlich des Torhauses ist wohl ein Rest der alten Befestigungsanlage. Im Westen des Gutes ist der am besten erhaltene Abschnitt mit Wall und wasserführendem Graben zu finden.

Baumstrahlen in der Landschaft

Seit mindestens 1760 schon zielen beeindruckende Alleen wie Strahlen zum Gut in Seedorf. Sie sind vermutlich ein Überbleibsel der barocken Gestaltung. Über 1150 Meter Länge erstreckt sich die „Himmelsallee“ fast genau in Nord-Süd-Richtung vom Torhaus zum Ortsteil Schulbusch. Warum die Allee, deren heutige Linden (Tilia x intermedia) vermutlich aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts stammen, diesen Namen trägt, ist nicht bekannt, so kann man nur darüber spekulieren.

Älter als die Bäume der Himmelsallee sind aber die der Allee zum „Thiergarten“, zum ehemaligen Jagdrevier der Gutsherren. Die heutigen Kastanien und Linden begleiten seit mindestens 1789 den Weg vom Gut in Seedorf nach Schlamersdorf und lenken den Blick vom Torhaus auf den Schlamersdorfer Kirchturm. In dieser Landschaftsverschönerung zeigen sich somit auch inhaltliche Verbindungen, denn die Kirche in Schlamersdorf beherbergt die Grabgewölbe der ehemaligen Herren von Seedorf. Die heutige St.-Jürgen-Kirche (1871/72) entstand erst nach einem großen Brand, der am 27. Mai 1870 die alte Kirche an gleicher Stelle und fast das ganze Dorf vernichtete.

Der dritte Alleenstrahl kreuzt die Himmelsallee und zieht sich entlang der Wegeverbindung von Seedorf nach Hornstorf. Die Allee besteht westlich der Himmelsallee zunächst aus Eichen und weiter Richtung Hornstorf dann aus Linden, die alle um 1800 gepflanzt wurden.

Auch auf dem Gelände des Gutes finden sich noch einzelne Alleenreste, die vermutlich einst Teil eines formalen barocken Gartens waren. Zwar gibt es zum barocken Garten keine historischen Pläne und Abbildungen, aber in schriftlichen Aufzeichnungen werden schon um 1704 Orangenbäume und Gartenhäuser erwähnt. Auch die noch heute erhaltene alte Orangerie von 1709, die heute ein Wohnhaus ist, lässt vermuten, dass einst wertvolle exotische Kübelpflanzen im Garten aufgestellt waren, die in der Orangerie ihr Winterquartier fanden. Die Jahreszahl ist noch an der Südfassade der ehemaligen Orangerie zu finden. Vielleicht befand sich der Garten einst auch außerhalb des von Wällen geschützten Gutsareals, denn eine Allee aus Linden strahlt noch heute im Waldstück westlich des Gutes in Richtung Seedorfer See. Eine weitere Lindenallee zielt auf die ehemalige Orangerie und hier sind zudem die vermutlichen Reste eines Bosketts zu erkennen. Den Wallrest im Westen des Gutes begleitet eine dritte Allee aus Linden. Bei einer einst geschnittenen, sehr eng stehenden Lindenreihe mit einem Alter von mehr als 250 Jahren am heutigen Obstgarten wird vermutet, dass es sich hierbei ehemals um die Einfassung eines Küchengartens handelte. All diese Alleen und Baumreihen laufen fast parallel zueinander und zur bereits erwähnten „Himmelsallee“. Im Obstgarten stehen noch heute alte Obstbaumsorten.

Ein Ausflug in die „Weite Welt“

Die Verknüpfung des Gutes Seedorf mit der umgebenden Landschaft durch Alleen lädt zur Erkundung der Umgebung ein. So liegt in der Gemeinde Seedorf auch der Ortsteil Berlin, ein Kuriosum ganz besonderer Art, denn die Durchgangsstraße trägt hier ganz unverfroren den Namen „Unter den Linden“. Genauso gibt es hier den „Kurfürstendamm“, den „Potsdamer Platz“, die „Potsdamer Straße“, „Lichterfelde“ und die „Heerstraße“ wie in der großen Namensschwester an der Spree. Das Dorf Berlin wurde bereits 1215 urkundlich erwähnt und ist damit sogar älter als die Bundeshauptstadt, die erst 1237 in Schriftstücken benannt wurde.

Andere wunderliche Namen rund um Seedorf sind auch die des Waldes mit der Bezeichnung „Hölle“. Das Reich der Tiefe erreicht man interessanterweise über die „Himmelsallee“ und dann weiter am Seedorfer See entlang Richtung Osten. Ganz in der Nähe nennt sich ein Bauerngehöft „Blocksberg“, so wie der Hexentanzplatz im Harz. Nicht genug der Wortverwirrungen gibt es auch noch die Häuser „Lappland“ und „Grönland“ sowie ein kleines Dorfes mit dem Namen „Weite Welt“ ganz in der Nähe.

Adresse

Am Burggraben 16
23823 Seedorf
Telefon 04555 - 7170-0 oder 714021 oder 717070

Öffnungszeiten

Garten teilweise frei zugänglich, am Herrenhaus nur zu Öffnungszeiten der Gastronomie
Eintritt: kostenfrei

Anreise

Icon Parken am Torhaus

Serviceinformationen

Icon Hund erlaubt   Icon Rollstuhl (teilweise)

Angebote

Führungen: nach Vereinbarung, T 04555 – 600 (Bürgermeister Horst Schramm) oder T 04555 –491 (Frau Neuber)

Gastronomie

Icon  Cafe  Herrenhaus in Seedorf

Veranstaltungsorte

Standesämter: Torhaus Seedorf

 

Kontakt

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