Karte

Zur Karte

Route 8: Segeberg
Landpartie zu Gütern und Seen
Gutsgarten Glasau

Ein erster Überblick

Gut Glasau

Nahe der Trave verweben sich der Garten des Gutes Glasau und das Grün des Dorfes Sarau zu einem idealen Landschaftsbild. Auf einem Hügel steht das Gutshaus, das 1911/12 im Stil englischer Herrenhäuser mit angeschlossenen Reitställen errichtet wurde. Die sanften Hänge im weitläufigen Park beschirmen stattliche Bäume, zu denen  Blutbuchen, alte Knickeichen und ein Kastanienrondell zählen. Ein Eiskeller und das Bienenhaus sind Zeugen der früheren Gutswirtschaft. Eine Allee aus alten Kopflinden führt auf den „Hof“, wo bis 1837 im Bogen eines Wassergrabens eine Burg stand. Das schlichte alte Herrenhaus prägt die ehemalige Insel. Es wurde im 18. Jahrhundert von der Familie Reventlow-Altenhof errichtet, die für ihren Nebenbetrieb Glasau auf ein aufwändigeres Herrenhaus verzichtete. Die Glasauer Gutsherren waren auch Schutzpatrone der Sarauer Kirche, deren Bau bereits 1147 an einem ehemaligen Thingplatz begonnen wurde. Zu ihr und ihrem lindengesäumten Friedhof führt eine schattige Lindenallee.

Ein Landhaus nach englischem Vorbild

Das neue Herrenhaus wurde im Stil der englischen Landhäuser errichtet, die Hermann Muthesius (1861-1927) in seinem Buch „Das englische Haus“ eingehend beschrieb. Der dunkle Backstein und die weißen, kleinteilig gegliederten Fenster lassen eindeutig eine angelsächsische Formensprache erkennen. Die Verbindung von innen und außen erlangte in dieser Zeit ein große Bedeutung. Man wollte nach draußen und den Garten nutzen und so liegen Erdgeschoss und Hof- und Gartenflächen fast auf einer Ebene. Das Gutshaus umfängt die Hoffläche, auf die eine reich gegliederte Toranlage aus geschwungenen Backsteinmauern und aufwändigen Holztoren führt. Auf der Nordseite wird der Hof von einem eingeschossigen Anbau begrenzt, der ursprünglich als Reitstall diente. So blieben den Hausherren lange Fußwege auf den Wirtschaftshof erspart. Unter einem Giebel befindet sich eine Durchfahrt auf einen rückwärtigen Hof. Auf der gegenüberliegende Seite des Hofs bilden alte Säuleneiben eine dunkelgrüne Wand. Eine Zierkirsche deutet an, dass hier einst mehrere Exemplare dieser Frühlingsboten gestanden haben. Auf dieser Seite des Herrenhauses lag neben dem Herrenhaus bis vor wenigen Jahren ein „Grünes Zimmer“, ein mit Buchsbäumen gegliederter Gartenraum, wie er für die Bauzeit typisch war.

Der Landschaftsgarten

Baumreihen und Alleen geben dem Park zwischen Altem und Neuem Herrenhaus seine Prägung. Die Gartenseite des Neuen Gutshauses öffnet sich zu einer weiten Wiese, die am Hang zur Trave liegt. Am hier gelegenen Zusammenfluss von Glasau und Sarau „entspringt“ die Trave. Blutbuchen und Linden rahmen den Blick ins Tal und einen schön modellierten Hügel betonen neun von einst zehn Kastanien. Besonders attraktiv ist dieser Parkteil auch im Frühjahr, wenn ein Meer von Krokussen seine Blüten öffnet. Kurz dahinter ist eine Reihe mächtiger Eichen erreicht, die den Übergang zum älteren Teil der Gutsanlage und dem Wirtschaftshof markieren. Dorthin führt ein Pfad, vorbei an dem mit Efeu berankten Eiskeller im Schatten einer Kastanie und um eine weitere Erdwölbung herum, die von einer Linde betont wird. Diese steht am Ende einer Allee aus gekappten Linden, die anscheinend zu den Veteranen im Park aus der Barockzeit zählen, auch wenn es ihnen nicht anzusehen ist. Die Bäume kennzeichnen den Rand des früheren Wirtschaftsgartens, der noch an Obstbäumen und dem denkmalgerecht sanierten Bienenhaus auszumachen ist.

Ein Gang über den „Hof“

Die Wiege der Gutsanlage liegt auf einer Insel, die von der Trave und trocken gefallenen Gräben umschlossen ist. Eine ebene Fläche zeugt vom Standort der ehemaligen Wasserburg, die 1837 abgebrochen wurde. An ihrem früheren Zugang von der Kopfsteinpflasterstraße über den Hof aus regt eine schmiedeeiserne Pforte zum Fantasieren über die Vergangenheit des Guts an. Jenseits der Pflasterstraße bestimmt das zweigeschossige, um 1700 erbaute alte Herrenhaus mit seinen beachtlichen 70 Metern die Szenerie. Seine Schlichtheit lässt erkennen, dass es ursprünglich nicht als Herrenhaus diente. Es wurde vielmehr bis 1837 als Meierei und Personalwohnhaus genutzt. Erst dann richtete sich die Familie von Reventlow Wohnräume ein, die sie bis zum Bau des neuen Herrenhauses nutzte. Das Inspektorat und das Kavaliershaus vervollständigen die friedliche Hofsituation.

Sarau, Kirche und Friedhof

Eine Lindenallee führt von „Hof“ aus durch saftige Wiesen nach Sarau. Den historischen Ortskern bestimmt die Patronatskirche, eine einschiffige Saalkirche mit Feldsteinsockel und neugotischem Turm. Helmold von Bosau berichtete in seiner Slawenchronik (um 1163-1168), dass sie zu den sieben von Bischof Vicelin gegründeten Kirchen zählt. Die Kirche wurde als romanischer Feldsteinbau neben einer Thingstätte der wendischen Bevölkerung errichtet. Daran erinnert ein großer Findling neben einer alten, hohlen Eiche, bei der es sich um die Thingeiche handeln soll.

Bei einem Feuer in der Schmiede 1629 nahm auch die Kirche Schaden und sie wurde danach neu aufgebaut. Davon zeugen zwei Glocken mit den Jahreszahlen 1649 und 1650. Eugen von Reventlow, dessen Familie Reventlow-Altenhof seit 1687 als Gutsherrn die Patrone der Kirche stellte, setzte dann 1865 die Renovierung der Kirche um, bei der der neugotische Turm einen hölzernen Campanile ersetzte. Die enge Verbundenheit der Familie Reventlow-Altenhof mit Glasau zeigt sich darin, dass etliche Patrone in der Krypta der Kirche beigesetzt sind. Nahe der Kirche liegt, von Linden gerahmt, der beschauliche Sarauer Friedhof.

Im 15. Jahrhundert wurde das alte Dorf niedergelegt und weiter östlich wieder aufgebaut. Die Kirche und die sie umgebenden denkmalgeschützten Gebäude wie das ehemalige Küsterhaus und die Gastwirtschaft bilden daher ein einmaliges Ensemble.

Die Stele an der Thing-Eiche

Neben der Thing-Eiche erinnert eine Stele an ein dunkles Kapitel der Geschichte. Die bereits im Januar 1945 evakuierten Häftlinge des Konzentrationslager Fürstengrube, eines Nebenlagers von Auschwitz, wurden vom 12.4. bis zum 3.5.1945 durch Holstein getrieben. Die Überlebenden des Marsches wurden in Neustadt an Bord der Cap Arcona gebracht, wo viele bei der Versenkung des Schiffs durch die britische Luftwaffe starben. In der Gedenkstätte Ahrensbök (Flachsröste 16, T 04525-493060) wird der so genannte Todesmarsch von Auschwitz nach Holstein in einer Dauerausstellung dokumentiert. In einem Projekt mit Jugendlichen wurden Stelen aus Ton und Beton geformt, die an zwölf Stationen zwischen Lübeck und Neustadt an den Todesmarsch erinnern.

Adresse

Segeberger Straße 1
23719 Glasau
Telefon 045 25 -1212

Eigentümer: Siegbot von Hoff

Öffnungszeiten

ganzjährig frei zugänglich
Eintritt: kostenfrei

Anreise

Icon Parken auf dem Hof (Altes Herrenhaus)

Icon Bus 5515 Kirche

Serviceinformationen

Icon Hund erlaubt   Icon Rollstuhl (teilweise)

 

Kontakt

Die nächsten Veranstaltungen