Route 5: Lübeck
Von Wasserbäumen zu grünen Paradiesen
Carlebachpark

Ein erster Überblick

Carlebachpark

Im rasch wachsenden Hochschulstadtteil wurde mit dem Carlebachpark ein moderner Bürgerpark geschaffen, der das Uniklinikum mit dem neuen Stadtteilzentrum verbindet. Mit der von Ahornbäumen beschatteten „Esplanade“ auf der Nordseite und einer schmaleren Promenade auf der Südseite wird diese Verknüpfung ausdrucksstark inszeniert. Weitläufige Wiesenflächen laden zum Entspannen ein. Auch wenn das Blätterdach der an markanten Punkten gesetzten Schattenspender noch wachsen muss, formen Amberbäume, Silberweiden und andere Gehölze schon jetzt schöne Kontraste auf den Rasenflächen. In bandartigem Nebeneinander zeitgenössisch gestaltet liegen zwischen Esplanade und Wiese farbenfrohe Sport- und Spielflächen. Hecken und schlichte Laubengänge bilden Nischen zum Sonnenbaden und Verweilen.

Der Park ist benannt nach dem in Lübeck geborenen Rabbiner Felix F. Carlebach (geb. 1911) benannt, der wegen seines Bemühens um die Aussöhnung mit jüdischen Mitbürgern 19. Ehrenbürger Lübecks wurde.

Auf freiem Feld - Stadtentwicklung in Lübecks Süden

Seit der deutschen Wiedervereinigung hat sich der Süden von Lübeck stark verändert: Große Verkehrsplanungen wie der Bau der Ostseeautobahn A20 und die Verlegung einer Bundesstraße, die Entwicklung ausgedehnter Gewerbegebiete und eben die Entstehung des Hochschulstadtteils haben eine Wirkung auf die Kulturlandschaft. Felder und Wiesen des Lübecker Stadtgutes Mönkhof, eine weitläufige Landschaft mit kleinen Feldgehölzen und den für Schleswig-Holstein typischen Knicks, wurden zur Bebauung ausgewählt. Der neue Stadtteil wächst noch, doch der Carlebachpark präsentiert sich seit August 2005 in sattem Grün.

Bereits 1989 wurde ein Beschluss gefasst, den Hochschulstandort Lübeck zu stärken. Ein vielfältiger Stadtteil für 4500 Einwohner sollte entstehen, in dem Wohnen und Arbeiten nahe beieinander liegen. Schon in einem frühen Planungsstadium entstand die Idee eines lang gestreckten Parks, der aus dem vorhandenen Universitätscampus heraus in den neuen Stadtteil zielt und das Rückgrat des neuen Stadtteils werden sollte. Viele Ideen sind in nachfolgenden Planungen abgeändert und verworfen worden, doch der zentrale Park hatte immer Bestand.

Das Herz eines neuen Stadtteils

Mit einer Größe von 6 ha zählt der Carlebachpark zu den größten Parkprojekten der letzten Jahre in Schleswig-Holstein. Mit seinen vielfältigen Funktionen als Ruhe- und Bewegungsraum, Sport- und Spielfläche sowie Festwiese steht er in der Tradition der Volksparks, die fast 100 Jahre zuvor angelegt wurden. In der „Stadt der kurzen Wege“, als welche der Hochschulstadtteil konzipiert ist, ist der Park das Zentrum, in dem die Menschen unweigerlich zusammen kommen. Dies ist die beste Voraussetzung für ein lebendiges Grün. Schon in den 1950er Jahren hatte die Amerikanerin Jane Jacobs in „Leben und Sterben großer amerikanischer Städte“ Parks kritisiert, die abgewandt von ihrem Umfeld ein abgeschottetes Dasein fristen, in dem soziale Kontrolle aufgrund geringer Frequentierung fehlt. Der Carlebachpark grenzt sich zwar durch klare Baumreihen von der gerade entstehenden Bebauung ab, doch ist er auf Augenhöhe durchlässig und transparent. Das Stadtteilzentrum am Westrand des Parks wirkt jung, frisch und modern, der Name der Kindertagesstätte „Wilde 13“ trägt das in großen Lettern nach außen. Flirrende Birkenbänder und geschützte Spielflächen verknüpfen das Gebäude mit dem Carlebachpark. Auch drinnen ist viel Bewegung: die Sporthalle, die Grundschule und der Jugendtreff führen die Menschen des neuen Stadtteils hier zusammen. Auf der Ostseite liegt der Campus der Lübecker Hochschulen, von dem aus die Studenten den Park bevölkern. Für weitere Aktivitäten und „Augen auf den Park“ werden künftig Büro- und Einzelhandelsnutzung sorgen. Ein erster Schritt ist mit dem Multifunktionscenter getan, von dem aus bereits Außengastronomie vom Park Besitz ergreift. Auch wenn das gesamte Umfeld noch in Entwicklung begriffen ist, entsteht ein Vorgeschmack auf eine lebendige Stadtteilmitte mit städtischer Parkatmosphäre.

Der Park ist benannt nach dem 19. Ehrenbürger Lübecks, dem in Lübeck geborenen Rabbiner Felix F. Carlebach (geb. 1911) wegen seines Bemühens um die Aussöhnung mit jüdischen Mitbürgern. Er ist heute Rabbiner in einer jüdischen Gemeinde in Manchester. Seine Eltern und andere Familienmitglieder wurden Opfer des Holocaust. Die Familiengrabstätte befindet sich auf dem Jüdischen Friedhof in Moisling.

Ansichten eines modernen Parks

Weite bestimmt den Carlebachpark. Die Berliner Landschaftsarchitekten Levin Monsigny übertrugen die Offenheit der Feldflur im Süden Lübecks auf den Park, allerdings nicht ohne auch kleine Räume und Nischen zum Rückzug vorzusehen. Es sollte ein Park entstehen, der Raum für ein Miteinander der Menschen und ihrer Wünsche im besten Sinne lässt. Die weitläufige Wiese, das „Boulingrin“, eine vertieft gelegene, parterreartige Rasenfläche, ist ein Platz zum Sehen, Spielen und Feiern. Hier und da erinnern malerische Baumgruppen an klassische Parkbilder. Die Ränder des Parks jedoch zeigen sich sehr städtisch: Auf der „Esplanade“ im Norden wurden vierreihig Spitzahorne gepflanzt. In ihrem Schatten kann flaniert, gejoggt und verweilt werden. Die „Promenade“ im Süden erscheint mit ihrer zweireihigen Bepflanzung zarter, doch wurden immerhin 410 Spitzahorne an diesen Parkrändern gepflanzt. Ihre strahlende Herbstfärbung, gepaart mit dem Rot und Orange von Amberbäumen, Purpur-Eschen und Sumpfeichen im „Boulingrin“, legt einen Hauch von Indian Summer über den Park.

Geschützt durch die „Esplanade“ öffnen sich Terrassen gegenüber dem „Boulingrin“. In diese sind vielgestaltige Spiel- und Ruheflächen eingebettet, Felder mit Pflanzkissen bereichern das Bild. Die einzelnen Terrassen sind durch Sitzblöcke aus hellem, warm eingefärbtem Beton ausgebildet. Durch eine geschickte Staffelung in der Höhe laden sie ein zum Sitzen und Springen, zum Aneignen beider angrenzender Terrassen und des ganzen Parks. Die Begeisterung der Bewohner des Hochschulstadtteils für ihren Park zeigt schon jetzt, dass die Idee der Landschaftsarchitekten, einen lebendigen Park mit einer Durchmischung vielfältigster Nutzungen zu schaffen, beispielhaft realisiert worden ist.

Spiel, Sport und Spaß

Der Carlebachpark ist ein junger Park für junge Nutzer. Die vielfältig miteinander verwobenen Sport- und Spielflächen werden von Kindern und Jugendlichen aus der wachsenden Nachbarschaft mit großer Freude genutzt. Der Sportplatz im klassischen Sinne hat ausgedient, vielmehr sind Laufbahnen, Sprunggruben und Ballspielfelder in ein System niedriger Terrassen eingebettet. Großzügige Laubengänge, in strengem Rechteck gehalten, laden als Tribünen zum Sitzen ein. Eines Tages wird üppiger Blauregen diese beranken. Die Anlagen dienen dem Schulsport, doch laden Durchschlupfe in den Zäunen auch zum Treff in der Freizeit ein. Basketball ist hier Stadtteilsport!

Eingebettet in den Park sind verschiedene Spielflächen für jüngere Bewohner des Hochschulstadtteils. „Das Feld“ ist das Thema der Spielplatzbauer ZimmerObst, das an die frühere Kulturlandschaft des Stadtteils anknüpft. Überdimensionale Halme, durch die ein leichter Wind zu streichen scheint, gleichen einem Stoppelfeld, sind von Spinnenweben durchzogen oder sind ein Ort der scheinbar wahlloser Fundstücke. Jedes Feld ist in einem eigenen Gelb- oder Grünton gestaltet. Kinder können sich in diesen überdimensionalen Welten, kletternd und krabbelnd, in die Perspektive kleiner Käfer versetzt fühlen.

Adresse

Gerty-Cori-Straße
23562 Lübeck
Telefon 0451-1226701

Eigentümer: Hansestadt Lübeck

Öffnungszeiten

täglich bis zum Einbruch der Dunkelheit
Eintritt: kostenfrei

Anreise

Icon Parken straßenbegleitend

Icon Eisenbahn Lübeck Hbf

Icon Bus 19 Fachhochschule, ca. 200m Fussweg

Serviceinformationen

Icon Hund erlaubt   Icon Rollstuhl

 

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