Route 4: Pinneberg
Von Baumschulbaronen und Pflanzenjägern
Rosarium Uetersen

Ein erster Überblick

Rosarium Uetersen Die Rosenstadt Uetersen ist die Wiege der Holsteiner Rosenzucht. Begonnen hat alles mit dem Gärtner Ernst Ladewig Meyn, der um 1880 anfing, Rosen zu veredeln. Bald darauf entstanden in Uetersen und Umgebung viele Rosenschulen und es wurden Rosenschauen durchgeführt, die über Deutschland hinaus Beachtung fanden. Das heutige Rosarium entstand 1934 in Zusammenarbeit der Stadt mit dem Verein der Rosenfreunde und Holsteiner Baumschulen. Die Rosenzüchter Matthias Tantau und Wilhelm Kordes hatten die Idee, den alten Mühlenteich des Klosters im Rahmen von Notstandsarbeiten zu überarbeiten und hier einen neuen öffentlichen Rosenpark nach Plänen des Gartenarchitekten Berthold Thormählen anzulegen. Über 35.000 Rosen aller weltweit führenden Züchter in rund 1000 alten und neuen Sorten sind heute im Garten zu bewundern. Besonders schön ist die Lage am ruhigen, von Trauerweiden und Rosen gesäumten Wasser des Mühlteichs, an dessen Ufer man sich auf einer Caféterrasse stärken kann.

Uetersen wird Rosenstadt

Die Rosenstadt Uetersen ist die Wiege der Holsteiner Rosenzucht und größtes Rosenanbaugebiet der Bundesrepublik. Jährlich werden hier rund 20 Millionen Pflanzen in Rosenbaumschulen gezogen und zum Teil in die entferntesten Winkel der Welt exportiert.

In den Jahren nach 1870 begann in Prisdorf der Gärtner Ernst-Ladewig Meyn mit einer neuen Rosenvermehrungsmethode zu experimentieren: Er versuchte sich in der Veredelung und holte dazu Wildrosen als Unterlagen aus den nahe gelegenen Feldhecken (Knicks).

Die neue Art der Vermehrung ermöglichte es bald, Rosen in gleichbleibender Qualität kostengünstig zu produzieren und so gründete Meyn, dem im Rosarium später ein Denkmal gesetzt wurde, im Jahre 1880 eine Rosenbaumschule auf der Lohe. Bald darauf entstanden in Uetersen, Elmshorn, Wedel, Pinneberg und Rellingen weitere Rosenschulen, die sich Meyns Entwicklungen zu Nutze machten. Innerhalb von nur zehn Jahren war die Zahl der Rosenzüchter in Uetersen auf fast 20 angewachsen und es kam zur Gründung des Vereins selbständiger Gärtner in Uetersen, der eng mit dem Verein Deutscher Rosenfreunde zusammenarbeitete. Der erste große Erfolg beider Vereine war die Uetersener Herbstrosenschau 1909, die sogar in Großbritannien Beachtung fand. Dadurch und durch weitere Erfolge, entspann sich der Plan, ein öffentlich zugängliches Rosarium zu schaffen und damit Rosenliebhaber anzulocken.

Schon 1913 wurde, wiederum auf Initiative des Gärtners Ernst-Ladewig Meyn, auf einem Grundstück der Stadt und mit Pflanzen, Arbeitskraft, Pferden und Gerätschaften des Vereins selbständiger Gärtner ein erstes Rosarium eröffnet. Die Eröffnungsfeierlichkeiten des „Kaiser-Wilhelm-Rosengartens“, der seinen Namen zu Ehren des 25. Regierungsjubiläums Kaiser Wilhelms II. erhielt, fand in Anwesenheit vieler Gäste statt, darunter auch solcher aus Dänemark, Holland und Großbritannien.

Nach dem Ersten Weltkrieg stellten viele Rosenzüchter ihren Anbau auf den gewinnbringenderen Gemüseanbau um. Sogar die Firma Meyn verlegte ihre Aktivitäten auf die Anzucht von Rhabarber und noch heute ist der Betrieb auf die Kultur von Obst und Gemüse spezialisiert. Nur Tantau, 1906 gegründet, spezialisierte sich erst 1919 als einer der wenigen Gärtner auf Rosen und ist heute einer der bekanntesten Rosenzüchter der Welt. In den 1920er Jahren waren die Rosenschulen durch Unwetter und Weltwirtschaftskrise hart getroffen. Nicht verkaufbare Rosenstöcke wurden damals sogar verbrannt. So nimmt es nicht Wunder, dass die Rosenzüchter auf Abhilfe sonnen, um ihrer angeschlagenen Zunft zu mehr Aufmerksamkeit zu verhelfen.

Vom Mühlteich zum Rosarium

Ab 1929 wurde im Notstandsprogramm gegen die Arbeitslosigkeit in der Stadt Uetersen ein Arbeitseinsatz zur Entschlammung des fast verlandeten klösterlichen Mühlteichs beschlossen. 1932 entstand dann der Plan, auf dem wieder hergerichteten Gelände am Mühlenteich einen neuen öffentlichen Rosengarten anzulegen und den noch bestehenden Kaiser-Wilhelm-Rosengarten aufzugeben, um daraus Bauland zu schaffen.

Nach Plänen des Uetersener Gartenarchitekten Berthold Thormählen und in Zusammenarbeit der Stadt Uetersen mit dem Verein Deutscher Rosenfreunde und mit den Holsteiner Baumschulen, wurde der Plan zügig in die Tat umgesetzt, so dass das Rosarium mit 800 Rosensorten im Rahmen einer Rosenschau und anlässlich des 700-jährigen Stadtgeburtstags am 23.6.1934 eröffnet werden konnte. Dabei blieb es nicht aus, dass der Aufbau des Rosengartens als Pioniertat für die Propaganda der Nationalsozialisten eingesetzt wurde. Zugleich wurde der Garten von der weit angereisten Fachwelt bestaunt.

Seit seiner Eröffnung hat das Rosarium verschiedene Umgestaltungen erfahren, in der Nachkriegszeit diente es sogar als Gemüse- und Kartoffelacker. Die ehemals streng-formale Gestaltung um die Teiche ist heute mehr landschaftlichen Formen gewichen, einige alte Rosensorten verschwanden und neue wurden gepflanzt. Zur Verschönerung des Gartens trugen auch immer wieder die Rosenzüchter der Umgebung bei. Heute finden sich im 7 Hektar großen Park Rosen aller weltweit führenden Züchter in mehr als 1020 Sorten, darunter auch 200 historische Rosensorten. Das Rosarium besitzt mit der Sorte ‘Rosarium Uetersen‘ (Kordes, 1977) auch seine eigene, gefüllt rosafarbene Kletterrose.

Die Blütezeit der Rosen erstreckt sich von Mai bis Oktober mit einer Hauptblüte im späten Juni und Juli. Während der sonstigen Zeit macht der reife Baumbestand und der schöne Rosariumsteich mit einer Caféterrasse den Garten ebenso besuchenswert.

Rosenbowle – Rosenschmaus

An Rosen betört nicht nur ihr Duft und ihre Schönheit. Die Königin der Blumen besitzt auch heilende, pflegende und kulinarische Qualitäten. Das aus den Rosenblättern destillierte, kostbare, intensive Rosenöl ist Grundstoff vieler Düfte und das bei seiner Herstellung anfallende Rosenwasser findet mit seiner hautverschönernden Wirkung Verwendung in Cremes und Lotionen. Hagebutten, die Früchte der Rosen, erfreuen sich wegen ihres hohen Vitamin-C-Gehaltes, der weitaus höher als der der Zitrone liegt, der Beliebtheit nicht nur bei der Vorbeugung gegen Erkältungskrankheiten.

Im Folgenden einige Rezepte zur rosigen Verschönerung des Alltags:

Rosenbowle

Beliebt ist die duftige Rosenbowle. Dazu verwendet man die Blütenblätter von drei duftenden aufgeblühten Rosenblüten, die man in einem Glas Weinbrand 2-3 Stunden ansetzt. Dann werden dem Auszug eine Flasche Wein und eine Flasche Sekt zugesetzt und die Blätter entfernt. Schön sieht es aus, wenn einige frische Blütenblätter auf der servierfertigen Bowle schwimmen.

Rosenessig

Zu Blattsalaten, Kürbis und Birnen passt auch wunderbar Rosenessig. Diesen kann man ganz einfach aus 5-6 Esslöffeln duftender Rosenblütenblätter ohne Stiele, die man 14 Tage in einem ¾ Liter Essig an sonnigem Ort hat ziehen lassen und danach abseiht, herstellen.

Hagebutten-Kürbis-Suppe

400 g Kürbis, 100 g Kartoffeln und 2 Zwiebeln in Würfel geschnitten sowie 1 Stück frischen Ingwer in 1 EL Öl andünsten, dann mit ½ Liter Gemüsebrühe aufgießen und ca. 20 Minuten köchelnd garen. 200 ml Hagebuttenmark und 100 ml Sahne dazugeben und die Suppe pürieren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit Creme frâiche garnieren.

Adresse

Wassermühlenstraße
25436 Uetersen

Eigentümer: Stadt Uetersen

Öffnungszeiten

ganzjährig frei zugänglich
Eintritt: kostenfrei

Anreise

Icon Parken Wassermühlenstraße

Icon Bus 6661, 6663 „Denkmal“

Serviceinformationen

Icon WC   Icon Hund erlaubt   Icon Rollstuhl

Angebote

Führungen: nach Voranmeldung, T 04122 – 714372 & Elbmarschenhaus, T 04129 – 955490
Veranstaltungen: Jährliches Rosenfest in der Rosensaison, Konzerte

Gastronomie

Icon  Cafe  Parkhotel Rosarium

Veranstaltungsorte

Film & Foto: Rosarium Uetersen

Gärtnereien & Läden

Gärtnereien: Rosenwelt Tantau
W. Kordes’ Söhne Rosenschule

Weiterführende Informationen

Bürgerbüro Rathaus Uetersen

 

Kontakt

Die nächsten Veranstaltungen