Route 3: Ostholstein
Flanieren und Philosophieren in lieblicher Seenlandschaft
Katengarten Dunkersche Kate Bosau

Ein erster Überblick

Katengarten der Dunkerschen Kate Bosau Die Dunkersche Kate stammt vermutlich von 1687 und diente als Schmiede und Leinenweber-Kate. Sie gehörte zu einer Achtelhufe, auf deren 6 ha Land auch bescheidene Landwirtschaft, unter anderen von der Familie Dunker, betrieben wurde. Seit 1990 wird die sanierte Kate für Kunstausstellungen und Veranstaltungen genutzt. Gleichzeitig wurde in ehrenamtlicher Arbeit ein farbenfroher Bauerngarten angelegt. In buchsbaumgefassten Beeten sind Stauden, Gemüse, Kräuter und Rosen zu bewundern. Prachtvolle Bauerngartenpflanzen, darunter Lilien, Kaiserkronen und eine große Sortenvielfalt an Dahlien stehen in Kontrast zu bescheidenen Nutzpflanzen wie Johannisbeersträuchern und Petersilie. Die sorgsame Beschilderung verführt dazu, sortenreiche Beete im eigenen Garten anzulegen. Auch kann man ein Stück Garten mitnehmen: Die Ernte wird zu leckeren Marmeladen, Chutneys und Eingelegtem verarbeitet und in der Dunkerschen Kate verkauft.

Die Gartengruppe

Nachdem die Gemeinde Bosau die Herrichtung der Dunkerschen Kate als Veranstaltungs- und Ausstellungsort beschlossen hatte, wurde im Frühsommer 1989 vom damaligen Bürgermeister Hermann der Arbeitskreis Dunkersche Kate ins Leben gerufen. Einige der Arbeitskreismitglieder taten sich zur Gartengruppe zusammen und legten unter der Leitung von Frau Schwuchow, einer erfahrenen Landfrau, den Bauerngarten an. Der Garten gibt einen Einblick in die Vielfalt der Nutzpflanzen, die zur Versorgung der großen bäuerlichen Haushalte kultiviert wurden. In der Tradition der Bauerngärten wurden die Beete mit Buchsbaum eingefasst und Obstbäume und Beerensträucher gepflanzt. Auch gibt es eine reiche Gemüsevielfalt und überall kann sich das Auge an der Blumenfülle erfreuen.

Selbstversorgung

Zur Versorgung mit frischem Obst, aber auch für die Zubereitung von Marmeladen und Eingewecktem lieferten verschiedene Obstbäume ihre Früchte. Im Katengarten sind daher zur Anschauung Apfel, Kirsche und Quitte gepflanzt worden. Auf den Ostholsteiner Bauernhöfen gab es meistens eigenständige Obstgärten oder Obstwiesen, die eine große Sortenvielfalt beherbergten. Besonders wichtig waren, verschiedene Apfelsorten, die mit ihren aufeinander folgenden Reifezeiten eine Ernte vom August (Augustapfel) bis in den Winter (Roter Boskoop) zuließen. Die Lageräpfel wie Boskoop wurden im Winter laufend zu Apfelmus verarbeitet. Ein typisches Holsteiner Winteressen waren weiße getrocknete Bohnen, die gemeinsam mit Äpfeln und Speck gekocht wurden. Es gab Süßkirschen und Glaskirschen zum sofortigen Verzehr und zum Einkochen und Sauerkirschen  zum Kuchenbacken. Alle wurden zu Bestandteilen der Roten Grütze, die mit Milch oder weiter im Norden mit Sahne gegessen wird. Pflaumen – Zwetschen wie Eierpflaumen  – durften in keinem Bauerngarten fehlen, sind doch Pflaumenkuchen, Pflaumenmus und Gerichte mit getrockneten Pflaumen aus der Holsteiner Küche nicht wegzudenken. Quitten waren nicht für jeden Garten eine Selbstverständlichkeit, da sie roh nicht genießbar sind und ihre Verarbeitung mühselig ist. Bei den Birnen bevorzugte man kleinfrüchtige Kochbirnen, die zum Einwecken und für das typische Gericht „Birnen, Bohnen und Speck“ verwendet wurden.

Im Katengarten – typisch für die Bauerngärten der Region – gibt es auch rote, weiße und schwarze Johannisbeeren, aus denen Saft und Gelee gekocht werden, Stachelbeeren pflückte man für Kuchen und Kompott. Auch Himbeeren fehlen nicht und Rhabarber hat traditionell seinen Platz bei diesen Beerensträuchern.

Auf kleiner Fläche werden von der Gartengruppe jährlich unterschiedliche Gemüsearten gepflanzt, wobei den gängigen Sorten der Bauerngärten besondere Beachtung geschenkt wird. Früh- und Spätkartoffeln, Mohrrüben, Erbsen, Zuckerschoten, Zwiebeln, Zucchini und Kürbis, aber auch Erdbeeren zeigen immer Beetpräsenz. Die Rotation der Gemüsesorten wird in den Beeten sorgfältig eingehalten. Gemüsepflanzen mit hohem Nährstoffbedarf, die sogenannten Starkzehrer wie Kohlarten und Kartoffeln, werden gemeinsam gepflanzt, während Schwachzehrer wie Erbsen und Bohnen anderswo ihren Platz finden. Das Beet mit den Starkzehrern wurde traditionell mit Mist versorgt, bei den Schwachzehrern griff man früher höchsten zu Kalkstickstoff. So wurde man den unterschiedlichen Ansprüchen der Pflanzen gerecht. Um die Bodenfruchtbarkeit und -gesundheit zu erhalten, führte Hauswirtschafterinnen genau Buch über ihre Fruchtfolgen.

Grünkohl und Rosenkohl wurden den Winter über beerntet. Delikatessen, die fast ausschließlich in der guten Stube serviert wurden, waren z.B. Spargel und Blumenkohl.

Für die Grundversorgung wurden früher gut lagerfähige, über den Winter nach und nach zu verarbeitende Gemüsearten angebaut. Hierzu zählten Rot- und Weißkohl, Mohrrüben, Kartoffeln und Bohnen, die getrocknet wurden. Andere Gemüsearten wie Gurken, Kürbis und Rote Bete wurden unmittelbar nach der Ernte verarbeitet und brachten dann  den Winter über als eingeweckte Beilagen Abwechslung auf den Tisch.

Heute werden die Ernteerträge des Katengartens  von den Mitgliedern der Gartengruppe genutzt und zur Freude der Katenbesucher auch für den Verkauf zu Marmelade und vielem anderen verarbeitet.

Der Gewürz- und Kräutergarten

Gewürzpflanzen sind das A und O im Bauerngarten. Neben ihrer kulinarischen Verwendung besitzen die meisten auch einen sehr hohen Zierwert. Daher ist die Kräuterecke des Katengartens recht groß. Salbei, Minzen, Schnittlauch, Basilikum, Oregano und Thymian sind nur einige der Sorten, deren wunderbarer Duft in der Luft liegt.

Auch viele heutige Gemüsearten, wie Porree oder Sellerie, wurden früher nicht als Gemüse, sondern in Form von Suppengrün lediglich als Gewürz verwendet.

Blumen im Garten

Der Katengarten ist ein blühendes Meer, zumal da einige Beetflächen nur den Blumen vorbehalten sind. Im farbenfrohen Katengarten werden etliche Stauden des traditionellen Bauerngartens verwendet, die dort üppig gedeihen. Dazu zählen Phlox, Lilien, Taglilien (Hemerocallis), aber auch  Veronica-Arten und Storchschnäbel. An die Zäune schmiegen sich Stockrosen und Dahlien. Rosen und Einjährige vervollständigen den farbigen Blütenreigen.

Viele Pflanzen der Bauerngärten dienten neben ihrem Küchen- und Zierwert auch der Bodengesundheit oder dem Schließen von Lücken zwischen zwei Kulturen. Margeriten, Ringelblume und Wicken, für die „Busch“ (Haselruten) als Rankhilfen dient, sind aus dem Bauerngarten aus diesem Grund nicht wegzudenken.

Einmal wöchentlich treffen sich die acht Mitglieder zur Gartenpflege. Die Planung der Blumenpartie erfolgt bei einem gemeinsamen Treffen jeweils im Januar, bei dem die Saatgutbestellung für Blumen und Gemüse beschlossen wird. Dabei wird auf die Artenvielfalt großer Wert gelegt und darauf, dem Katengarten jedes Jahr ein neues Gesicht zu geben. So kann man sich immer wieder von neuen Pflanzenbildern im Garten überraschen lassen.

Tipps von der Landfrau

Erdbeeren sollen früh gepflanzt werden. Daher sind als Vorkultur Erbsen, Spinat oder Schnittsalat geeignet, die früh geerntet werden. Erdbeeren sollen nur 2 Jahre an einem Platz stehen, da sonst die Früchte deutlich zurück gehen. Ableger von den einjährigen Pflanzen bewurzeln schneller in Kisten mit Torf.

Mohrrüben sollten mit Radieschen und Salat ausgesät werden, weil sie sehr langsam keimen. Mit den schnell keimenden Radieschen werden die Reihen gekennzeichnet.

Hat man im Garten nur eine kleine Fläche zur Verfügung, erhöhen Stangenbohnen wegen ihrer beeindruckenden Wuchshöhe den Flächenertrag.

Die Aussaat von dicken Bohnen sollte so früh wie möglich, am besten schon im Februar erfolgen, da der Befall durch Läuse dann erheblich geringer ist. 

Rezepte aus der Holsteiner Küche

Birnen Bohnen und Speck

Zutaten: 500 g durchwachsener Speck oder Schinkenreste, 1000 g frische Brechbohnen, 1000 g Kochbirnen, Salz, Pfeffer, Bohnenkraut, Petersilie.

Speck und/oder Schinkenreste kleingeschnitten mit gut 1 l Wasser aufsetzen und 50–60 Min. garen lassen. Bohnen brechen und in die Brühe geben, mit Salz, Pfeffer und Bohnenkraut würzen und 20 Min. leicht köcheln lassen. Birnen (mit Stiel aber ohne Blüte) waschen und oben auf die Bohnen legen. Noch 10–15 Min. durchziehen lassen auf kleiner Flamme. Fleisch herausnehmen, falls die Stücke noch nicht mundgerecht waren, dann klein schneiden und wieder zum Gemüse geben. Man streut reichlich Petersilie über den Eintopf und isst dazu Salzkartoffeln. Die Birnen darf man am Stiel anfassen und abnagen. Man kann sie aber auch mit Messer und Gabel essen.

Sehr gut schmeckt es auch, wenn man eine Schweinebacke als Grundlage für die Fleischbrühe nimmt. Birnen, Bohnen, Speck gab es früher immer dann, wenn die Augustbirnen noch grün, die Bohnen gerade reif und der Schinken kurz vorm Ende war.

Aennes spezieller Tipp: Bohnen mit Gemüsebrühe kochen und dazu Matjesheringe oder dän. Sild essen.

Rote Grütze

1000 g frische rote Früchte (Johannesbeeren, Himbeeren, Brombeeren, Erdbeeren, Sauerkirschen – jahreszeitlich passend gemischt, man kann auch Heidelbeeren und Pflaumen dazugeben), 1/8 l Hansen-Rum, 80–125 g Zucker, 100 g Stärkemehl, kalte Milch oder flüssige Sahne.

Die frischen Früchte wurden wie üblich gesäubert – eine Handvoll beiseite stellen. Den Rest mit 1 l Wasser und zunächst 80 g Zucker aufsetzen und bei mittlerer Hitze garen lassen (nicht zermusen lassen). Mit Zucker kräftig abschmecken. Stärkemehl mit 2 Essl. Wasser glattrühren und damit die Grütze andicken. Aufkochen lassen. Vom Herd nehmen. Den Rum vorsichtig unterrühren. Die zurückbehaltenden Früchte mit der Gabel oder im Mixer pürieren und in die Grütze geben.

Man isst die rote Grütze heiß oder kalt und gibt kalte Milch oder flüssige Sahne dazu.

Adresse

Bischof-Vicelin-Damm 11
23715 Bosau
Telefon 04527 - 9971 0

Eigentümer: Gemeinde Bosau

Öffnungszeiten

ganzjährig frei zugänglich
Eintritt: Spende erbeten

Anreise

Icon Parken Bischof-Vicelin-Damm

Icon Bus 5951 Feuerwehr

Serviceinformationen

Icon WC   Icon Hund verboten   Icon Rollstuhl

Angebote

Veranstaltungen: diverse Ausstellungen

Veranstaltungsorte

Standesämter: Dunkersche Kate Bosau

 

Kontakt

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