Route 2: Kiel
Mit Picknickkorb ins Fördegrün
Leuchtturm Holtenau

Ein erster Überblick

Leuchtturm Holtenau, Schleusenwiesen, Allee Das Licht spielt auf den gefleckten Stämmen der Platanen, die sich als Allee in der Kanalstraße Richtung Leuchtturm Holtenau ziehen. Gepflanzt wurden sie vor gut 110 Jahren zur Eröffnung des Nord-Ostsee-Kanals. Die angrenzenden Schleusenwiesen begleiten das kurze noch vorhandene Stück des Eiderkanals (1784), der als erster Kanalbau parallel zum späteren Nord-Ostsee-Kanal (1895) verläuft. Ehemals befanden sich hier Kleingärten der Kanalarbeiter, und vorhandene Obstbäume erinnern noch an diese Nutzung. Romantisch wirken auch die auf dem Wasser des Eiderkanals treibenden Holzflöße und die dort brütenden Wasservögel. Wahrzeichen im nostalgischen Hafen Holtenaus ist der alte, zu Ehren Kaiser Wilhelms I. erbaute Leuchtturm (1895), der von einer grünen Anhöhe über die Kanalmündung wacht. Von hier hat man einen fantastischen Blick auf die Schleusenanlage und auf den Schiffsverkehr der Förde.

Durch die Allee zum Leuchtturm

Kurz hinter der Personenfähre Holtenau beginnt die rund 1,5 km lange Platanenallee entlang der Kanalstraße. Die uferbegleitende idyllische Straße wurde Ende des 19. Jahrhunderts oberhalb des Nord-Ostsee-Kanals ausgebaut und man vermutet, dass die Bäume ein Geschenk des japanischen Kaisers zur Kanaleröffnung 1895 gewesen sind. Von der ursprünglichen, weitgehend vollständigen Allee sind heute immer noch rund 70 Bäume erhalten, bei denen es sich um geschützte Naturdenkmäler handelt. Ehemals waren die Platanen als repräsentative Promenade zum Holtenauer Hafen mit seinem Leuchtturm geschnitten. Dies erkennt man noch daran, dass die Kronen der heute stattlichen Bäume nicht, wie arttypisch bei Platanen, einen bis in die Krone durchgehenden Stamm entwickelt haben, sondern sich an den alten Kappungsstellen in mehrere gleichstarke Stämme verzweigen.

An den Gebäuden in der Kanalstraße lässt sich die bauliche Entwicklung Holtenaus nachvollziehen. Die ältesten Gebäuden stammen noch aus dem späten 18. Jahrhundert aus der Zeit des Eiderkanalbaus, als Holtenau und Knoop zu beliebten Ausflugszielen wurden. Mit Bau des Nord-Ostsee-Kanals gesellten sich dann kaiserliche Kanalbauten dazu, die mit Wohn- und Geschäftshäuser in den Jahren 1910 bis 1920 ergänzt wurden.

Am anschließenden Tiessenkai, benannt nach dem Schiffsausrüster Hermann Tiessen, der in einem der kleinen Kontorhäuser ansässig war, herrscht mit den hier häufig ankernden alten Fregattenseglern ein nostalgisches Hafenambiente. Das ehemalige Packhaus mit Ladetoren und Luken von 1784 zeugt noch von der Zeit, da der Holtenauer Hafen am Alten Eiderkanal wichtiger Warenumschlagplatz war. Noch bis 1978 wurde das Packhaus als Speicher benutzt, dann aber umgebaut. Seither beherbergt es Wohnungen und ein Restaurant. Vor dem Packhaus erinnert ein hoher Sandstein-Obelisk an die Fertigstellung des Eiderkanals im Jahre 1784.

Obst und Picknick auf den Schleusenwiesen

Im Bereich der Holtenauer Schleuseninseln ist noch ein kurzes Teilstück des Eiderkanals von 1784 vorhanden, das parallel zum Nord-Ostsee-Kanal verläuft. Da Kanäle neben der Schifffahrt in früheren Zeiten auch dem Holztransport (Floßkanal) dienten, sind hier Holzflöße fest gemacht, die an eine solche Nutzung erinnern.

Im Schleusenmuseum des Wasser- und Schifffahrtsamtes Kiel-Holtenau auf den Schleuseninseln kann man sich über die Geschichte und Funktion des Kanals und speziell der Schleuse informieren.

Das Ufer des Eiderkanals begleiten die Schleusenwiesen, die 1999 als neue Grünanlage eingeweiht wurden. Ehemals gab es hier Kleingärten der Kanalarbeiter und die alten Obst- und Laubbäume wurden zur Erinnerung an diese Nutzung erhalten. Das heranreifende Obst steht Besuchern frei zur Verfügung. Auch die zahlreichen in dieser Gegend brütenden Wasservögel bedienen sich an den schmackhaften Früchten und grasen auf den Wiesen.

Feiern mit Prunk und Pomp

Der Leuchtturm Holtenau (1895) am Ausgang des NO-Kanals und an der äußersten Spitze des Tiessenkais, gehört zu den Wahrzeichen Holtenaus und zählt zu den schönsten Leuchtfeuern an der deutschen Küste. Der 20 Meter hohe Leuchtturm auf einem grünen, baumbestandenen Hügel taucht mit seinem charakteristischen achteckigen Unterbau und dem runden Backsteinturm wie eine Insel aus dem steinernen Hafen und dem angrenzenden Fahrwasser. Von der Anhöhe, die aus dem Aushub des Nord-Ostsee-Kanals aufgeschüttet wurde, blickt er auf die Schleuse mit den ein- und auslaufenden Schiffen und auf die Förde bis weit zur Ostsee.

Zusammen mit dem Nord-Ostsee-Kanal, der damals den Namen Kaiser-Wilhelm-Kanal trug, wurde der Leuchtturm 1895 feierlich eingeweiht. In seinem Fundament befindet sich auch der Grundstein des Nord-Ostsee-Kanals mit der eingemauerten Gründungsurkunde, der 1887 noch durch Kaiser Wilhelms I. (1797–1888) gelegt wurde. Der Leuchtturm war als Denkmal für Kaiser-Wilhelm I. von Anfang an mehr als nur ein Seezeichen und sollte der Verherrlichung des deutschen Kaiserreiches dienen. Ein Reichsadler und eine Gedenktafel an der Außenwand verdeutlicht dies sowie die Begeisterung für die modernen Errungenschaften des Industriezeitalters:

"Kaiser Wilhelm II. vollzog die Weihe des Nord-Ostsee-Kanals und übergab ihn dem Weltverkehr am 21. Juni 1895".

Die "Drei-Kaiser-Halle" im Inneren des Leuchtturms mit Gedenktafeln und Abbildungen der drei Kaiser Wilhelm I. (1797–1888), Friedrich III. (1831–1888) und Wilhelm II. (1859–1941), in deren Regierungszeiten der Bau des Kaiser-Wilhelm-Kanals fiel, vervollständigten das Bauwerk zum Denkmal der Wilhelminischen Ära. Die Tür der Drei-Kaiser-Halle ist von außen mit einem verzweigten eisernen Baum gestaltet. Die Krone des Baumes ist einer Sonne nachempfunden, der aufgehenden Sonne des Kaiserreichs, durch die von innen der Blick auf die Kieler Förde fällt.

Der 99 km lange Kanal zwischen Holtenau und Brunsbüttel hatte nicht nur große Bedeutung für den Seehandel, sondern war auch militärstrategisch interessant, da sich Teile der kaiserlichen Flotte in kurzer Zeit von der Ost- in die Nordsee verlegen ließen.

Diese Verbindung zwischen den Meeren symbolisiert ein Relief Ernst Herters (1846–1917) über der Tür des Leuchtturms, auf welchem sich die beiden Meerjungfrauen "Nordsee" und "Ostsee" die Hände reichen. Von Herter, einem Mitglied der Berliner Akademie der Künste, befand sich vor dem Leuchtturm auch einst ein Reiterstandbild Kaiser Wilhelms, das heute nicht mehr erhalten ist.

Die pompöse Eröffnungsfeier des Kaiser-Wilhelm-Kanals im Beisein des Kaiserpaares, vieler regierender Fürsten des Deutschen Reichs und zahlreicher ausländischer Gäste zog sich im Juni 1895 über mehrere Tage. Dabei wurde der neue Kanal mit einer umfangreichen Schiffsflotte von Brunsbüttel nach Holtenau durchfahren. Neben der kaiserlichen Flotte, nahmen auch Schiffe anderer Seefahrtnationen an der Parade teil. Die Feierlichkeiten fanden am Leuchtturm Holtenau mit der Schlusssteinlegung des Kanals durch Wilhelm II., einem Fackelzug und einem großen Seemanöver ihren Höhepunkt. In den anschließenden Tagen fanden auch die Segelregatten der Kieler Woche statt.

Der Leuchtturm dient auch heute noch der Sicherheit der Schifffahrt und kann zusätzlich als erste Anlaufstelle einer Ehe genutzt werden, denn in der Drei-Kaiser-Halle werden heute Trauungen durchgeführt. Gleich nebenan und in langer Tradition befindet sich mit dem „Fördeblick“ hier auch heute noch eine Gaststätte. Ehemals hieß diese Gaststätte am Anleger Holtenau „Wartehalle“.

Adresse

Kanalstraße und Tiessenkai
24159 Kiel-Holtenau

Eigentümer: Landeshauptstadt Kiel

Öffnungszeiten

Außenanlagen ganzjährig frei zugänglich
Eintritt: kostenfrei

Anreise

Icon Parken straßenbegleitend

Icon Bus 11 „Wik, Kanal“

Icon Fähre Personenfähre Holtenau

Serviceinformationen

Icon Hund erlaubt   Icon Rollstuhl

Angebote

Führungen: Geo step by step e.V., T 0431 – 363118

Gastronomie

Icon  Cafe  Restaurant Kanal-Packhaus
Restaurant-Café Fördeblick

Veranstaltungsorte

Standesämter: Leuchtturm Holtenau
Film & Foto: Schleuse Holtenau

 

Kontakt

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