Route 2: Kiel
Mit Picknickkorb ins Fördegrün
Künstlermuseum Heikendorf

Ein erster Überblick

Künstlermuseum Heikendorf Im sorgfältig restaurierten und zum Künstlermuseum umgebauten Wohnhaus des Malers Heinrich Blunck präsentiert sich die ehemalige „Künstlerkolonie Heikendorf“. Träger des Museums ist die 1989 ins Leben gerufene Heinrich-Blunck-Stiftung, die es sich zum Ziel gesetzt hat, das Blunck’sche Erbe zu bewahren. Heinrich Blunck (1891-1963) und seine Frau Käte (1901-1991) kauften 1923 den Heikendorfer Ziegelbau mit Fachwerkschuppen aus dem 19. Jahrhundert. Der schöne dazugehörige Garten mit großblütigen Schneeglöckchen, Darwintulpen, roten Kletterrosen und Stauden inspirierte bald das Werk des Malers. Ein Blauregen umspielte die Verandafenster und im Herbst tauchte der Wilde Wein den Hausgiebel in glühendes Rot. Neben Skulpturen der Bildhauerin Karin Hertz und einer Sammlung alter Kletterrosen sind diese Pflanzen auch heute noch im idyllischen Garten zu finden, der unter dem enthusiastischen Einsatz von Ehrenamtlichen in Anlehnung an den alten Blumengarten wieder erstanden ist.

Heinrich Blunck und sein Garten

1923 kauften die Bluncks ihr Wohnhaus von Georg Hoffmann (1857–1928), dessen Frau Tochter des Maurermeisters Johann Hinrich Schnoor war. Der Maurermeister Schnoor hatte mit seiner Ehefrau Wilhelmine Magdalena geb. Kähler das Klinkergebäude 1865 auf den schön gelegenen Hofwiesen des Hufners Klaus Hinrich Kähler gebaut. Vermutlich aus noch älterer Zeit stammt der beschauliche Fachwerkschuppen im Hofbereich. Neuer, nämlich von 1909, ist die lichtdurchflutete Veranda mit den handwerklich schönen Fenstern, die für das heutige Logo der Heinrich-Blunck-Stiftung Pate standen.

Schnell wurde Heikendorf für die Bluncks Mittelpunkt ihres Lebens. Eine Algraphie Bluncks, also ein Flachdruck mit einem Aluminiumblech als Druckfläche aus den 1920er Jahren, zeigt eine Skizze des Gartens, wie er aussah, als die Bluncks das Anwesen kauften. Umgeben war er damals von einer Ligusterhecke, Knicks und einer überschäumend weiß blühenden Schlehenhecke, die in Teilen auch heute noch erhalten ist. Wie der ehemalige Gemüsegarten mit den ordentlich bestellten Gemüsebeeten und der Hühnerstall vermuten lassen, diente der Garten damals auch der Selbstversorgung. Obstbäume, von denen noch ein alter Boskop-Apfelbaum am Parkplatz zu finden ist, waren ebenso Teil des Gartens.

Für Blunck boten diese Bäume windgeschützte, schattige Plätze in seinem Blumenparadies mit den vielen sommer- und herbstblühenden Stauden, wo er sich mit Familie und Freunden zurückzog und sich zu manchem Kunstwerk inspirieren ließ. Beispiele dafür sind das Ölbild „Mohnblumen 1925“, welches an die Gemälde Emil Noldes erinnert und „Aus unserem Garten, 1924“, auf dem Feuerlilien, Rittersporn und Margeriten mit dem reetgedeckten Nachbarhaus im Hintergrund zu sehen sind.

Die Künstlerkolonie Heikendorf

Nicht nur Heinrich Blunck wählte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts das schön gelegene und geruhsame Heikendorf am Ostufer der Kieler Förde zu seinem Wohn- und Arbeitsort. Zu dieser Zeit zog die „Heikendorfer Künstlerkolonie“ viele namhafte Künstler an. Die Ateliers von Heinrich Blunck und Prof. Georg Burmester, beide viele Jahre Vorsitzende der 1894 gegründeten Schleswig-Holsteinischen Kunstgenossenschaft und Sprecher der Schleswig-Holsteinischen Künstlerschaft, waren Orte der Kunst und Kultur und der Begegnung.

Nahezu alle Ateliers der damals hier ansässigen Künstler fielen den Bombenangriffen des Zweiten Weltkriegs zum Opfer. Nur das Atelierhaus Bluncks hatte als einziges Gebäude Heikendorfs aus dem 19. Jahrhundert die schweren Bombenangriffe auf Kiel schwer beschädigt überstand. Bei den Angriffen wurden jedoch viele der besten Werke Bluncks aus der frühen Schaffensperiode vernichtet. Das Wohn- und Atelierhaus Heinrich Bluncks ist somit nicht nur bedeutender Nachlass eines Künstlers sondern lässt auch die schleswig-holsteinischen Kunstströmungen und die „Künstlerkolonie Heikendorf“ des frühen 20. Jahrhunderts lebendig werden.

Die Heinrich-Blunck-Stiftung rettete das Blunck’sche Atelierhaus vor dem Abriss. Die Stiftung wurde von einem Kuratorium auf Initiative des ehemaligen Bürgermeister der Gemeinde Heikendorf, Herbert Sätje, gegründet und von Käte Blunck 1989 durch testamentarische Verfügung ins Leben gerufen. Die Bluncks hatten keine Erben, ihr einziger Sohn war 1943 in Russland gefallen.

Seit der offiziellen Eintragung der Stiftung 1995 hat sie sich die Bewahrung des Hauses und künstlerischen Erbes Bluncks, der Werke von Mitgliedern der Heikendorfer Künstlerkolonie und weiterer regionaler Künstler zur Aufgabe gemacht und im Jahr 2000 das Künstlermuseum Heikendorf-Kieler Förde im sanierten historischen Atelierhaus eröffnet.

Im Museum werden Werke des Spätimpressionismus bis zum ausklingenden Expressionismus der Nachkriegszeit gezeigt. Neben Heinrich Blunck (1891–1963) ist in der ständigen Ausstellung des Museum auch sein Lehrmeister Georg Burmester (1864–1936) aus Möltenort, der einer der bekanntesten Maler norddeutscher Landschaft und besonders der Kieler Förde war, mit Werken vertreten. Weiter werden Bilder von Rudolf Behrend (1895–1979), Werner Lange (1888–1955) und Oskar Droege (1898–1983) gezeigt. Verschiedene Bronzen der in Kitzeberg, Möltenort und Hamburg agierenden Bildhauern Karin Hertz (geb. 1921) fügen sich harmonisch in den wiedererstandenen Garten des Museums und seine Blütenkompositionen ein. In einer neu errichteten Ausstellungshalle finden zudem Wechselausstellungen zeitgenössischer Künstler statt.

Künstlergarten und Ruheoase

Der 1200 m² große Garten wurde mit der Sanierung des Hauses in den Jahren 1999/2000 in Anlehnung an den Blunck’schen Garten, und inspiriert von den Blumengärten Gertrude Jekylls, neu gestaltet. Grundlage hierzu waren alte Fotografien und die erwähnte Blunck’sche Algraphie, die die Diplom-Biologin Annemarie Eigner in ihren Planungen leiteten. Maßgeblich unterstützt wurden die Arbeiten von der ehrenamtlichen Gartengruppe aus dem Kreis der Museumsmitarbeiter, in deren Händen heute auch die Pflege und ständige Weiterentwicklung des Gartens liegt.

Die Erstausstattung des Gartens mit Stauden stammte überwiegend aus den Gärten der Mitglieder des Vereins der Kunstfreunde und Förderer des Museums und von Nachbarn, die einst sogar Ableger von Käte Blunck erhalten hatten. Eine Reihe alter Pflanzen konnte auch am angestammten Ort erhalten werden, so beispielsweise die alte Kletterrose unter der Haustraufe im Vorgarten, der Blauregen an der Veranda, der Wilde Wein, Winterlinge, Schneeglöckchen und Tulpen. Ergänzt wurden diese mit den typischen Blunck‘sche Pflanzen, wie weiße Madonnenlilien, Lupinen und Taglilien, die auf historischen Fotografien und Gemälden zu erkennen sind.

Bei der Auswahl der Pflanzen im Garten wurde ein Augenmerk auf solche gelegt, die in der Region heimisch sind oder heute nur noch selten gepflanzt werden. In Erinnerung an den Nutzgarten des frühen 20. Jahrhunderts fanden auch Heil- und Würzkräuter sowie alte Gemüsearten einen Platz im Garten und in der krausen Petersilie als Beeteinfassung wird so auch die Schmuckwirkung mancher Nutzpflanze deutlich. Ein besonderes Anliegen ist es, einmal blühende historischen Kletterrosen in Sorten zu zeigen. Eine Liste der im Garten wachsenden Rosen ist im Museum erhältlich.

Im Garten kann man sowohl den Schaffensraum des Künstlers Heinrich Blunck nachempfinden und das im Museum Betrachtete vertiefen als auch die Kunst der Bildhauerin Karin Hertz und viele schöne Pflanzen entdecken. Manch einer mag in Rosenduft und Blütenfülle auch einfach die Gedanken schweifen lassen.

Adresse

Teichtor 9
24226 Heikendorf
Telefon 0431 – 248093

Eigentümer: Heinrich-Blunck-Stiftung

Öffnungszeiten

Di-Sa 14-17 Uhr, So 11–17 Uhr
Eintritt: €3 / €2

Anreise

Icon Parken

Icon Bus 100, 101 „Künstlermuseum“

Icon Fähre „Möltenort“

Serviceinformationen

Icon WC   Icon Hund verboten   Icon Rollstuhl

Angebote

Führungen: nach Vereinbarung, T 0431 – 248093
Veranstaltungen: Ständige Ausstellung regionaler Künstler sowie Wechselausstellungen, gelegentliche Druckworkshops

Gastronomie

Icon  Cafe  Cafébetrieb im Künstlermuseum Heikendorf

Gärtnereien & Läden

Läden: Museumsladen Künstlermuseum Heikendorf

Freundeskreise und Fördervereine

Förderverein „Pro-Museum“ e.V.
Verein der Kunstfreunde und Förderer des Künstlermuseums e.V.

Weiterführende Informationen

Kiel-Marketing e.V.
Künstlermuseum Heikendorf

 

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