Route 2: Kiel
Mit Picknickkorb ins Fördegrün
Freilichtmuseum Molfsee

Ein erster Überblick

Schleswig-Holsteinisches Freilichtmuseum Molfsee Das Schleswig-Holsteinische Freilichtmuseum in Molfsee ist das größte seiner Art in Norddeutschland. Hier präsentiert sich auf 60 ha Kulturgeschichte zum Anfassen und es eröffnet sich ein lebendiges Bild vom Wohnen und Arbeiten vergangener Jahrhunderte. Die über 70 historischen Bauernhäuser, Hofanlagen, Mühlen und dörflichen Handwerksstätten sind umgeben von naturgetreuen Nachbildungen typischer schleswig-holsteinischer Kulturlandschaften und Gärten. Dazu gehören ein Apothekergarten mit Arzneipflanzen, bunte Bauerngärten oder das kleine Gärtchen am Gartenhaus (1779) hinter der Mühle des Müllers Petersen. Im Cafégarten der Meierei lassen sich neben Kuchen 30 Käsesorten probieren. Auch trifft man auf die typischen Lindenschirme, die die Bauernhäuser der Elbmarschen rahmen und auf Hecken, die sich in den Schwung der holsteinischen Hügellandschaft schmiegen. Alles fügt sich dabei zu einem harmonischen Ganzen.

Zu Bauern-, Mühlen- und Apothekergärten

Seit 1958 hat der Verein Schleswig-Holsteinisches Freilichtmuseum e.V. alte Bauten aus allen Regionen des Landes, die an ihren originalen Standorten von Verfall oder Abriss bedroht waren, zusammengetragen, um diese historisch wertvolle ländliche Bausubstanz Schleswig-Holsteins zu bewahren und zu zeigen.

Eingebettet in die Landschaft des Freilichtmuseums trifft man an mehreren Gebäuden auch auf blumig-ländliche Gärten. Besonders schön sind die Bauerngärten nicht weit vom Eingang des Museums an den Bauernhäusern Holsteins und der Probstei (Gebäude 12–19). Eine üppige Fülle aus Stauden, Kräutern und Obst ist bezeichnend für diese Gärten. Zusätzlich wurde ein Ziehbrunnen im Garten des Hauses Kortum aufgebaut, der mit Hilfe einer langen Wippe in einem gegabelten Stützbaum Wasser fördert.

Einen weiteren Garten findet man an der ehemaligen Wassermühle des Müllers Petersen (Gebäude 67) aus Rurup, die idyllisch an einem kleinen Teich mit Bachlauf liegt. Wassermühlen waren noch um 1900 weit verbreitet in Schleswig-Holstein und die Ruruper Mühle war ehemals eine Erbpachtmühle des Herzogtums Gottorf. Sie war noch bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts hinein in Betrieb. Zum Mühlenbesitz gehörte auch ein keines reetgedecktes Gartenhaus in Fachwerkbauweise (Gebäude 68), welches mit der Mühle einen neuen Standort im Museum gefunden hat. Zwei Miniaturen von 1793 an der Rückwand des kleinen Gartengebäudes zeigen das Müllerehepaar Sara Catarina und Detlef Petersen. Im lauschigen kleinen Garten am Gartenhaus wachsen alte Rosensorten in buchsbaumgefassten Beeten.

Unter den Gebäuden des Museums befindet sich auch eine ländliche Apotheke (Gebäude 52), die in Anlehnung an eine Apotheke des späten 18. Jahrhunderts aufgebaut wurde. Eine solche hatte ursprünglich J.-D. Krützfeld 1797 in Cismar errichtet. Die Inneneinrichtung stammt dabei jedoch aus dem 19. Jahrhundert und wurde von verschiedenen Orten zusammengetragen. Der kleine, geometrisch gestaltete Apothekergarten, der im Schutz des Gebäudegiebels liegt, ist in mehrere Quartiere unterteilt, in denen Pflanzen für unterschiedliche Anwendungsbereiche gezeigt werden. So finden sich in dem umzäunten Gärtchen beispielsweise Pflanzen zur Heilung von Krankheiten der Atmungsorgane, der Nerven, des Herzens oder der Haut, die mit schönen Porzellanschildern bezeichnet sind. Dieser Garten gewährt zusammen mit der Ausstellung in der Apotheke einen Einblick in die Geschichte der Pharmazie.

Lindenschirme und Walknochentore

Neben den Gärten sind im Museum die typischen schleswig-holsteinischen Landschaften und kulturlandschaftlichen Besonderheiten, die man hier an einem Ort betrachten und vergleichen kann, schön. Sie veranschaulichen die ursprüngliche Einbindung der Bauernhäuser in die Landschaft und lassen den Zweck und die Herkunft vieler baulicher Formen erkennen. Im Freilichtmuseum finden sich auch immer wieder Verknüpfungen mit den Gärten und Parkanlagen der verschiedenen gartenrouten zwischen den meeren*. So erzählt die Bandreißerkate (Gebäude 32) anschaulich die Geschichte der Weidenkultur, die einst ein wichtiger Wirtschaftszweig der herrschaftlichen Gutsanlage Haseldorf in den Elbmarschen war. Auch die für diese Gegend ganz typischen Lindenschirme – schützende Rahmungen aus kastenförmig geschnittenen Linden, die die Häuser vor Wind und Sonne schützen – kann man in vollendeter Form im Museum betrachten, so z.B. am Barghaus aus Arentsee (Gebäude 27).

Eine sogenannte Walscheune (Gebäude 2) wurde um 1800 im Gutspark Seekamp errichtet, dort wo heute der Skulpturengarten der Hans Kock Stiftung der Kieler Gartenroute zu finden ist. Der Name dieser Scheunenart leitet sich vermutlich von der Ähnlichkeit der Dachform mit dem Rücken eines Wales her oder wurde von ähnlich konstruierten älteren Hütten aus Walknochen übernommen. Ein Tor aus den Unterkieferknochen eines Wals als Grundstückseingang ist dagegen am Lorens-Petersen-de-Hahn-Haus aus Westerland (Gebäude 46) zu bewundern. Der Erbauer des Hauses war der erfolgreiche Sylter Walfangkommandanteur Lorens-Petersen-de-Hahn (1668–1741). Ein ähnliches Walknochentor befand sich vermutlich einst auch im Garten des Museums Langes Tannen in Uetersen, der in die Pinneberger Gartenroute einbezogen ist.

Spielend Lernen

Das Freilichtmuseum Molfsee ist ein Museum zum Anfassen und Mitmachen. Handwerker, wie Korbmacher, Schmiede, Drechsler, Töpferinnen, Weberinnen, Kerzenzieher oder Holzbildhauer demonstrieren ihre Tätigkeiten im Freilichtmuseum und verkaufen dort auch ihre Produkte. Besonders Kinder haben durch ein vielfältiges Programm mit Vorführungen und Workshops ihren Spaß.

Diese Demonstrationen von alten Handwerkskünsten tragen entscheidend dazu bei, historische Traditionen und Lebensformen lebendig werden zu lassen. Dazu gehören auch Herstellungsmethoden von schmackhaften Produkten aus der Meierei, dem Backhaus, der Räucherkate, der Imkerei sowie der Fischräucherei, die den Besuch kulinarisch verfeinern.

In mehreren Gebäuden werden außer dem zugehörigen Mobiliar und Hausrat verschiedene Einzelsammlungen gezeigt, wie beispielsweise landwirtschaftliche Geräte, Spielzeug oder Meiereimaschinen. Tieferen Einblick vermittelt eine Darstellung zur Geschichte des Mühlenwesens sowie eine Ausstellung zum Walfang, zum Armenwesen oder zum Leben auf einer Hallig. Ein lebendiges Bild entsteht auch durch ungewöhnliche Nutztierrassen wie das Angeler Sattelschwein, das Schleswiger Kaltblut oder die um die Bauernhäuser grasenden Moorschnucken, die früher auf den Höfen gehalten wurden, heute aber sehr selten geworden sind.

Mit Spaß verbindet sich der historische Jahrmarkt mit zwei Karussells, Schiffsschaukel und einem großen Spielplatz. Eine Museumsbahn bringt Besucher bequem durch das weitläufige Gelände.

Adresse

Hamburger Landstraße 97
24113 Molfsee
Telefon 0431 – 65966-0

Eigentümer: Schleswig-Holsteinisches Freilichtmuseum

Öffnungszeiten

Anfang April - 31.10.: tgl. 9-18 Uhr, 1.11. - Ende März: nur So 11-16 Uhr
Eintritt: €6, Schüler €2, Kinder unter 6 Jahren frei

Anreise

Icon Parken

Icon Bus 501 „Freilichtmuseum“

Serviceinformationen

Icon WC   Icon Hund erlaubt   Icon Rollstuhl (teilweise)

Angebote

Führungen: für Gruppen nach Voranmeldung, T 0431 – 659660
Veranstaltungen: Umfangreiche Angebote von Workshop bis Musik

Angebote für Kinder

Gastronomie

Icon  Cafe  Drathenhof & Räucherkate am Freilichtmuseum Molfsee
Gastronomie im Freilichtmuseum Molfsee

Veranstaltungsorte

Festsäle: Historische Gebäude & Grillplatz im Freilichtmuseum
Standesämter: Pfarrhaus im Freilichtmuseum

Gärtnereien & Läden

Gärtnereien: Gärtnerei am Eiderheim - Wohn- und Werkstätten für behinderte Menschen
Läden: Museumsladen Freilichtmuseum Molfsee

Freundeskreise und Fördervereine

Schleswig-Holsteinisches Freilichtmuseum e.V.

Weiterführende Informationen

Kiel-Marketing e.V.
Schleswig-Holsteinisches Freilichtmuseum Molfsee

 

Kontakt

Die nächsten Veranstaltungen