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Route 10: Westmecklenburg
Musische Schlossgärten
Landschaftspark Dammereez

Ein erster Überblick

Englischer Landschaftspark Dammereez

Der Dammereezer Park besticht mit 400 Jahre alten Eichen und Eschen aus der Zeit des alten Gutsparks und ungewöhnlichen Baumexoten. Der Landschaftspark im englischen Stil wurde von der Familie Laffert zwischen 1800 und 1830 geschaffen. Viele der Baumbesonderheiten stammten aus den damals bekannten „Laffertschen Plantagen“ am nahen Gut Lehsen. Hier wurden schon zu Ende des 18. Jahrhunderts neben schmackhaften Obstsorten auch fremdländische Gehölze angeboten. Zu den wertvollen Besonderheiten im Park gehören noch heute Mammutbaum, Japanische Sicheltanne, Orientalische Fichte, Gelb-Kiefer, Gurken-Magnolie oder Färber-Eiche sowie beeindruckende Strauch-Rosskastanien und Rispenhortensien. Beim alljährlichen Laubfeuer im Oktober leuchtet der Park während des „Indian Summers“ im musikalisch begleiteten Fackelschein. Das regelmäßige Pfingstfußballturnier ist vielleicht ein fröhlicher Gruß an Turnvater Jahn, der um 1809 öfter bei den Lafferts in Dammereez weilte.

Ein Landschaftspark am Gut

Dammereez besteht seit mindestens 1194 und wurde bereits auf einer Flurkarte aus dem Jahre 1769 als Lehngut bezeichnet. Damals wurde das Anwesen an Ludolf von Laffert verkauft. Bis in die 1930er Jahre blieb Dammereez im Besitz dieser Familie, die auch noch weitere Güter wie das in Lehsen bewirtschaftete. Am 1.7.1931 kaufte der damalige Pächter Wilhelm Petersen mit seiner Frau Anni Petersen das Gut, das dann im Zuge der Bodenreform 1945-49 enteignet wurde. Heute kümmert sich der Förderverein um die Wiederherstellung und Weiterentwicklung des inzwischen öffentlichen Parks.

Zur Zeit der Lafferts entstanden sowohl das Herrenhaus in seiner heutigen Größe, das 1864 zum zweigeschossigen Bau erweitert wurde, als auch der Landschaftspark in Dammereez. In den Landschaftspark im englischen Stil, der im frühen 19. Jahrhundert der damaligen Mode folgend angelegt wurde, bezog man auch bereits vorhandene Gehölze des alten Gutsparks mit ein, darunter mehrere rund 400 Jahr alte Stiel-Eichen, Eschen und Linden.

Der Baumbestand rahmt geschwungen noch heute eine weite Wiese, die eine langgezogene Sichtachse zum Schloss offen hält. Zwei kleine Teiche fügen sich in den Baumbestand. Dabei steht am romantischen Küchenteich das Entenhaus, in dem im Sommer der Vorstand des Fördervereins tagt und gelegentlich kleine Veranstaltungen durchgeführt werden. Ganz in der Nähe sind auch mehrere der ältesten Bäume im Park zu finden. Ungewöhnliche Nadelgehölze entführen zu Fantasiereisen in ferne Gefilde.

Bäume aus den Laffertschen Plantagen

Der landschaftlich angelegte Park von Dammereez ist insbesondere durch seinen Baumbestand wertvoll. Dies merkte bereits die Deutsche Dendrologische Gesellschaft in einer Veröffentlichung vom 25. Juni 1930 an. Im Park wachsen heute wie damals viele ungewöhnliche Gehölze von oft beträchtlicher Größe und Alter, die Geschichte erzählen. So wurden beispielsweise die Spitzen eines Mammutbaums und einer Sicheltanne nahe am Herrenhaus durch den Beschuss amerikanischer Panzer am 1. Mai 1945 abgeschossen.

Abgesehen von den bereits erwähnten Bäumen des alten Gutsparks stehen im Park auch viele Bäume im Alter von rund 200 Jahren aus der Entstehungszeit des Landschaftsparks und andere Bäume im Alter von rund 130 Jahren, was auf umfangreichere Neupflanzungen um 1880 schließen lässt. Zu den Letzteren gehören beispielsweise drei Mammutbäume und die Japanische Sicheltanne.

Auch beeindrucken Strauch-Rosskastanien und Rispen-Hortensien durch ihre große Ausdehnung, woraus bei diesen langsam wachsenden Arten ebenfalls auf ihr hohes Alter zu schließen ist. Im Herbst scheint der Park in einem bunten Laubfarbenspiel zu glühen. Sonnengelbe Blätter beleuchten dann schöne Pfade.

Tulpen- und Gurkenmagnolien, zwischen hundert und hundertfünfzig Jahre alt, entfalten im Frühjahr ein Blütenmeer. Eine Gesamtliste der bemerkenswerten Bäume im Park ist auf der Seite www.dammereez.de des Fördervereins Dammereezer Park e.V. zu finden. Im Park sind die Bäume auch zum Teil mit Namen versehen und auf einem Übersichtsplan dargestellt.

Zwar sind im Dammereezer Park keine Obstbäume vorhanden, die Baumschule aus der viele der besonderen Gehölze stammen, war im 18. und 19. Jahrhundert aber auch dafür bekannt. Ein Verzeichnis von Obstbäumen und amerikanischen Hölzern der Laffertschen Plantagen zu Lehsen wird bereits 1797 in Magazinen zum Obstbau angepriesen. Hier wurden unter anderem solch kuriose Obstsorten wie der Apfel ‘Seidenhemdchen‘ oder die Birne ‘Frauenschenkel‘ aufgeführt (s. Sickler 1797, S. 349). Das ‘Seidenhemdchen‘ als regionale Streuobstsorte wird noch heute gelegentlich angebaut. Der Name ‘Frauenschenkel‘ wird in neuerer Literatur auch als Synonyme für die heutige ‘Pastorenbirne‘ und die ‘Römische Schmalzbirne‘ aufgeführt, die beide schon seit Mitte des 18. Jahrhunderts bekannt sind.

Der Friedhof im Park

Eine kleine klinkerne Kapelle, die aus einer ehemaligen Erbbegräbnisstätte hervorgegangen ist, steht am Eingang des im Parkwald liegenden Friedhofs, der zu Ende des Zweiten Weltkriegs entstand. In der alten Erbbegräbnisstätte wurden die Vorfahren der Familie von Laffert zur Ruhe gesetzt. Nach dem zweiten Weltkrieg wurden sie an unbekannten Stellen im Umkreis der Kapelle in Ihren Zinksärgen vergraben. Heute weist eine Bronzetafel, die der Familienverband der Familie von Laffert an die Kapelle angebracht hat, auf diese Vorfahren hin.

Der ehemalige Gutsbesitzer Wilhelm Petersen, der beim Beschuss durch die Amerikaner im Mai 1945 auf der Freitreppe des Gutshauses durch einen Granatsplitter sein Leben verlor, wurde auf dem heutigen Friedhof als erster beigesetzt. Sein Grabstein ist noch auf dem Friedhof zu finden. Vorher gehörte Dammereez zur Kirchengemeinde in Vellahn und der alte Kirchweg durch die Felder ist als Lindenallee noch deutlich zu erkennen.

Der Förderverein Dammereezer Park e.V.

Der 1998 von 17 Dammereezern gegründete Förderverein hat sich um die Wiederherstellung des Landschaftsparks verdient gemacht. Dabei unterstützen auch Jugendliche aus dem Dorf den Verein tatkräftig, um ihren Park zum Dorfmittelpunkt zu machen. Inzwischen zählt der Verein rund 180 Mitglieder, von denen die Hälfte aus Dammereez, die anderen aus ganz Deutschland kommen. Zu den beliebten Veranstaltungen, die der Verein organisiert, gehören insbesondere das jährliche Laubfeuer am letzten Samstag im Oktober und das alljährliche Pfingstfußballturnier im Frühling.

Bis zum Frühjahr 2003 konnten durch Spendenaktionen zudem bereits gut 100 Bäume und Sträucher neu gepflanzt werden. Dazu gehören Berg- und Gold-Ulmen, Abendländische Lebensbäume, Zieräpfel, Tulpen- und Trompetenbäume, Sumpf-Eiche, Traubenkirsche, Gelbe Pavie, Mammutbaum, Ginkgo und Nordmannstannen. Der Bestand ist damit wieder auf dem Stand von 106 Gehölzarten, wie er 1930 von der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft beschrieben wurde. Auch Heckenpflanzungen und die Sanierung der Teiche wurden mit Spenden und Fördergeldern vorgenommen.

Adresse

Am Schlosspark 1
19273 Dammereez
Telefon 038848 - 22635 (Hans-Henning Petersen)

Öffnungszeiten

ganzjährig frei zugänglich
Eintritt:

kostenfrei

Anreise

Icon Parken Am Schlosspark

Icon Eisenbahn Brahlstorf (ca. 2 km)

Serviceinformationen

Icon Hund erlaubt   Icon Rollstuhl (teilweise)

Angebote

Führungen: Führungen auf Anfrage, T 038848-22635 (Hans-Henning Petersen)
Veranstaltungen:

Laubfeuer im Oktober mit Regionalmarkt, Feuerkünstlern und Musik. Picknicks und Fußballturniere im Park.

Angebote für Kinder

Gastronomie

Christels Kaffeestübchen

Gärtnereien & Läden

Läden: Verschlussbrennerei und Hofladen Gut Schwechow

Weiterführende Informationen

Ludwigslust-Information

 

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