Karte

Zur Karte

Route 10: Westmecklenburg
Musische Schlossgärten
Klostergarten Rehna

Ein erster Überblick

Klostergarten Rehna Radelt man heute auf Gartenrouten zwischen Lübeck und Rehna, so brachte einst der Lübecker Bote alljährlich zu Martini ein Fass Lübecker Rotspon an den Schweriner Hof und machte auf der Reise in Rehna Station. An der Klosterkirche begrüßt der mit alten Linden bestandene Kirchplatz seine Gäste, im Nonnengarten am Kreuzgang wartet das Musiktheater mit sommerlichen Konzerten und Theater auf. In den vier Abteilen des lauschigen Klostergartens wachsen Blütenschönheiten, Duftpflanzen und Heilkräuter wie Muskatellersalbei und Herzgespann. Auch christlichen Symbolpflanzen wie den Vexiernelken geht man auf die Spur. Die vier Themengärten und ein neuer Hildegard-von-Bingen-Garten erinnern an die Bedeutung für Körper und Geist, die den Klostergärten einst innewohnte. Ein modernes Kneippbecken führt diese Idee fort und wird aus einem der sechs artesischen Brunnen gespeist, die im Probsteihof sowie rund um Kloster und Mühlteich rein durch natürlichen Grundwasserdruck sprudeln.

Das Kloster entsteht

Schon um 1200 wurde in Rehna eine romanische Backsteinkirche errichtet, die als Missionskirche Heinrichs des Löwen vermutlich einen älteren Holzbau ersetzte. Im Jahre 1236 entstand dann an der Kirche ein Nonnenkloster als Razeburger Neugründung. Dies war der Aufschwung für den Ort, denn das Kloster erhielt großzügige Zuwendungen von Adelsfamilien aus der Umgebung, darunter Besitzungen und abgabepflichtige Dörfer. Auch Handwerk und Handel siedelten sich rund um das Kloster an. So besaß das Kloster Rehna bis zur Reformation erheblichen Einfluss und war eines der reichsten Klöster in Mecklenburg. Dies zeigt sich auch in der imposanten ehemaligen Klosterkirche Sankt Maria und Sankt Elisabeth, die heute noch wunderschön verglaste Fenster, einen prunkvollen Schnitzaltar und eine Marcus-Runge-Orgel von 1911 besitzt.

Nach der Schließung des Klosters im Jahre 1552 wurde es zur herzoglichen Domäne und das so genannte Lange Haus zum Sitz der Herzogswitwen. Der Ort entwickelte sich gleichzeitig zu einer Schusterstadt, wo sich bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts mehr als 70 Schustermeister angesiedelt hatten.

Die Höfe des Klosters

Von der ehemaligen Klosteranlage sind neben der Kirche noch Teile des Kreuzgangs und im Langen Haus, dem heutigen Sitz der Amtsverwaltung von Rehna, das Gästerefektorium mit hochgotischen Wandmalereien, sowie der Gerichtssaal erhalten. Diese Anlagen können zu Öffnungszeiten des Klosters besichtigt werden. Die Gebäude bilden dabei im Außenraum verschiedene stimmungsvolle Höfe.

Den Kirchplatz an der Klosterkirche überstellen alte Linden und machen ihn mit den angrenzenden schönen Fachwerkhäusern zu einem erhabenen Begrüßungsort. In den umliegenden Gebäuden haben sich ein kleiner Handwerksbetrieb, ein Laden und ein Café angesiedelt. In Zusammenarbeit mit dem Klosterverein errichten Kinder und Jugendliche auf dem Kirchplatz wechselnde Kunstprojekte, die für die Vielfalt in der Welt sprechen. Zusammen mit einer bunt-fröhlichen Frühlingsblüte aus Tulpen und Narzissen auf dem mit Pusteblumen besprenkelten Rasen regen die Skulpturen zu Kreativität und Gedankenfreiheit an.

In einem weiteren gemütlichen, rosenumrankten Fachwerkhaus findet sich die Kloster- und Stadtinformation. Gleich gegenüber öffnet sich der vom Kreuzgang und Gästerefektorium umschlossene Nonnengarten. Hier finden von Mai bis September schöne Konzerte und Theater in beschaulicher Atmosphäre statt. Zum Martensmannfest im November lädt die gesamte Altstadt rund um das Kloster ein und feiert den guten in Lübeck zur Flaschenreife gebrachten französischen Bordeaux, den einst der Bote zu Martini an den Schweriner Hof brachte. Beim wiederbelebten Brauch wird der Wein heute dem gewählten Bürgermeister der Landeshauptstadt oder der Städte Schönberg und Rehna übergeben, um anschließend von den Festgästen und Bewohnern probiert zu werden. Auch das alle zwei Jahre im Juni stattfindende Klosterfest ist ein Höhepunkt im städtischen Leben Rehnas. Klänge, Schmaus und Kunsthandwerk des farbenfrohen Markttreibens lassen dabei das Mittelalter auferstehen.

Der dritte Hof, der Probsteihof, öffnet sich in Richtung Park am Mühlteich und ist von der Stadtseite über die Tordurchfahrt am Langen Haus zu erreichen. Eine alte Linde überspannt schattenspendend den Hof. In seiner Mitte sprudelt einer der sechs in Rehna zu findenden artesischen Brunnen in einem neu errichteten Brunnenbecken. Das Wasser sprudelt hier mit 8°C aus 75 Metern Tiefe. Seit mindestens 150 Jahren versorgen artesische Brunnen die Stadt Rehna mit Wasser. Bevor 1971 die öffentliche Wasserversorgung gelegt wurde, gab es in jedem Stadtteil einen solchen Brunnen. Frühere Bohrungen gingen dabei nur bis zur ersten artesischen Wasserschicht in 25 Metern Tiefe. Voraussetzung für das Sprudeln ist so genanntes „gespanntes Grundwasser“, welches entsteht, wenn eine wasserführende Schicht durch eine wasserundurchlässige nach oben abgedichtet wird und die geologische Struktur gleichzeitig den Aufbau von hydrostatischem Druck ermöglicht. Beim Anbohren des Grundwassers steigt dann das Grundwasser in die Höhe und sprudelt unter Druck an die Erdoberfläche. Durch das Prinzip der kommunizierenden Röhren sind artesische Brunnen nur in Landschaftssenken möglich, denn das Wasser kann maximal nur so hoch sprudeln, wie der Grundwasserspiegel der Umgebung ohne den Gesteinsdruck steht. Der alte, zur Klosterzeit im Probsteihof befindliche Feldsteinbrunnen war noch ein normaler Ziehbrunnen, der bis auf das Wasserniveau der Radegast ging und nicht durch den Grundwasserdruck der artesischen Schichten sprudelte.

Der Park am Mühlenteich

Der Klosterpark, der sich zwischen Kloster und Mühlenteich erstreckt, wurde zur Bundesgartenschau 2009 in Schwerin neu gestaltet. Der Mühlenteich war ehemals auch Teil des Klosters und eine Mühle wurde vermutlich schon mit der ersten Besiedelung hier errichtet, denn sie lag günstig an der zwischen Lübeck und Schwerin gelegenen Furt im Fluss Radegast. Das heutige weiße Mühlengebäude ist ein späterer Bau am alten Standort. Die hölzernen Stege zum Teich sollen verdeutlichen, dass der Mühlenteich ursprünglich größer war und seine Uferlinie sich einst dort befand, wo jetzt der Weg im Park verläuft. Ein kleiner Teil des heutigen Klosterparks an der von Amsberg-Laube am kleinen Teich nahe der Goethestraße wurde während der DDR-Zeit vom Biologielehrer Heinrich Sternberg gepflegt und ihm zu Ehren „Heinrich-Sternberg-Park“ genannt. Die von Amsberg-Laube erinnert an den einstigen Forstmann in Rehna, dessen Familie sich noch heute im Klosterverein engagiert.

Von Heilkräutern, Duft und Blüten

er eigentliche, 2004 angelegte Klostergarten liegt im Schutz der Klosterkirche und wird von kreuzförmigen Wegen in vier Abteilungen geteilt. Seine Mitte bildet ein Apfelbaum als Symbol der biblischen Verführung. Die vier äußeren Gartenteile sind vier klösterlichen Gartenthemen gewidmet. Eine Ausstellung im Kreuzgang gibt hierzu interessante Informationen. Der Garten soll auch dazu dienen, weitere Gesundheitsaktivitäten zu entwickeln und die Bedeutung des Gartens für Ernährung und Gesundheit in das Bewusstsein der Menschen zu bringen.

Im Heilpflanzengarten finden sich traditionell verwendete Heilkräuter, denn die Klöster waren in früheren Zeiten Orte, wo uraltes Wissen um die Heilwirkung von Pflanzen bewahrt und weiterentwickelt wurde. Hier wurden Elixiere zur Behandlung von Krankheiten hergestellt.

Der Duftgarten führt mit seinem Wohlgeruch zu Rosen, Nelken, Rosmarin oder Orangenthymian. Sowohl Blüten als auch Blätter verströmen hier einen angenehmen Duft. Die Pflanzen, die hier wachsen, wurden wohl auch schon zu Klosterzeiten verwendet und dienten damals zur Parfümierung von Räumen und Speisen aber auch zum Vertreiben unguter Gerüche, zum Räuchern oder zur Desinfektion.

Im Blütengarten wachsen Pflanzen, die sich gut zum Schnitt eignen und schon früher zur Dekoration des Klosters und der Kirche gedient haben mögen. Auch heute noch schmücken schöne Sträuße aus dem Garten die Räume des Klosters.

Christliche Symbolpflanzen werden im dritten Abteil gezeigt. So galt die Rose beispielsweise als Symbol der Reinheit, Unschuld und Schönheit. Neben der Lilie steht sie für den christlichen Glauben und für das von Christus vergossene Blut der Märtyrer. Marienblatt und Mariendistel deuten symbolische Verbindungen schon mit ihrem Namen an.

Hildegard von Bingen und Pfarrer Kneipp

Der Hildegard-von-Bingen-Garten hinter dem Klostergarten zeigt eine Auswahl der von der Äbtissin (1089-1179) häufig in ihren Rezepten verwendeten Heilpflanzen und würdigt ihr Schaffen. Mit ihrer ganzheitlichen Betrachtung des Menschen hat sie auch Impulse für die heutige Medizin gegeben. Ein Kneippbecken, zwischen Klostergarten und Mühlenteich gelegen, das ebenfalls von einem der artesischen Brunnen gespeist wird, greift die klösterliche Tradition des Heilens und der Kontemplation auf. Gleichzeitig erinnert es an einen weiteren Neudenker der Gesunderhaltung, an Pfarrer Kneipp (1821-1897), der auf der Grundlage der Klostermedizin naturheilkundliche Methoden wie die Behandlung mit Wasser entwickelte. Das Becken lädt zum Wassertreten ins kühle Nass.

Adresse

Kirchplatz 1a
19217 Rehna
Telefon 038872 - 52765

Öffnungszeiten

Garten ganzjährig frei zugänglich, Kloster Di-Fr 10-17 Uhr, Sa, So & Feiertage 11-17 Uhr; Nov- März nur Di-Fr 10-16 Uhr
Eintritt: Garten kostenfrei, Kloster: 2€, Kinder bis 14 Jahre kostenfrei

Anreise

Icon Parken am Kloster

Icon Eisenbahn Rehna

Serviceinformationen

Icon WC   Icon Hund erlaubt   Icon Rollstuhl (teilweise)

Angebote

Führungen: Führungen auf Anfrage, T 038872 - 52765
Veranstaltungen: Konzerte im Nonnengarten und im Kloster

Angebote für Kinder

Gastronomie

Icon  Cafe  Freiluft-Café "Schöne Utsicht"
Moor-Diele
Seeblick Lassahn

Veranstaltungsorte

Standesämter: Trauzimmer im Gästerefektorium Kloster Rehna

Gärtnereien & Läden

Gärtnereien: Piccenini's Gartenwelt
Läden: Kathinkas Spinnstübchen

Weiterführende Informationen

Kloster- und Stadtinformation Rehna

 

Kontakt

Die nächsten Veranstaltungen