Route 1: Schleswig-Schlei
Märchen und Mythen der Schleigärten
Museumsgarten Volkskundemuseum Schleswig

Ein erster Überblick

Museumsgarten im Volkskunde Museum Schleswig

Der Garten des Volkskunde Museums am Schleswiger „Hesterberg“ ist eine Oase der Ruhe und Lernstatt zugleich. Nach historischen Vorbildern ist ein Garten entstanden, den ein originaler Schleswiger Gartenpavillon von 1910, eine Fliederlaube, ein Rosenbogen und stilgerechte Metallzäune schmücken. Buchsbaumgefasste Nutzpflanzenquartiere für Gemüse, Beerenobst und Kräuter umschließen einen prächtigen Blumengarten. Hier wurde historischen Rosen, darunter der seit mindestens 1596 bekannten Schwarzen Samtrose, ebenso ein würdiger Platz eingeräumt wie selten gewordenen Pflanzen aus Schleswig-Holsteins Bauerngärten, so der Nachtviole und der duftenden Pflaumenblüte. Die Kräuterbeete zieren Pflanzen, die bereits Hildegard von Bingen bekannt waren. Kulinarische Genüsse versprechen Gemüsesorten wie Mairüben oder der Pflücksalat ‘Goldforelle‘, aber – nach intensivem Studium der Porzellanschilder an den Pflanzen – natürlich auch das Museumscafé.

Wegen Bauarbeiten und Strukturveränderungen bei den Schleswig-Holsteinischen Landesmuseen ist der Garten des Volkskunde Museums am Schleswiger „Hesterberg“ derzeit nicht für die Öffentlichkeit zugänglich.

Kunst- und Kulturgeschichte auf der Pferdeweide

Wo einst Pferde weideten (dän. Hest = Pferd) und die preußische Kavallerie ihr Depot hatte, befindet sich heute das Volkskunde Museum Schleswig, das zur Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloss Gottorf gehört. Hier wird die Geschichte des Alltags in Schleswig-Holstein beleuchtet. Landestypisches wird genauso unter die Lupe genommen wie Klischees über das Land zwischen den Meeren. Die Ausstellungen folgen modernen Konzeptionen, die den Besuchern Themen wie „Gerät und Arbeit der Bauern“ und „Fischer-Boote-Netze“ anschaulich näher bringen. Hier erfährt man einiges über das frühere Fischerdorf Ellerbek, das Ende des 19. Jahrhunderts dem Bau des Kieler Kriegshafens weichen musste und aus dem ein Fischerhaus als Gartencafé im damals entstandenen Kieler Werftpark genutzt wurde (Volkspark Gaarden – Route 2).

Sehr viel Spaß macht das Ansehen des Eiscafés „Casal“, dessen vollständige Inneneinrichtung von 1957 aus Itzehoe geholt und hier wieder aufgebaut wurde. Die 1950er Jahre werden hier mit farbenfrohen Möbeln und geschwungenen Formen wieder lebendig.

Es besteht ein umfangreiches Programm für Erwachsene, viele museumspädagogische Angebote richten sich aber gezielt an Kinder und Jugendliche. „Probieren geht über studieren“ heißt das Motto, wenn Ausstellungsstücke zunächst angesehen und anschließend spielerisch ausprobiert werden dürfen.

Von Zäunen, Lauben und Pavillons

Schleswig-Holsteinische Kulturgeschichte wird auch im Museumsgarten beleuchtet. Das gestiegene Interesse an historischen Gärten im Land führte dazu, dass 1995 ein „städtischer Garten um 1900“ angelegt wurde. Dabei entstand auf ca. 1.200 m² ein detailreicher und farbenfroher Garten, der historische Gartenzitate zwar exemplarisch, doch sehr harmonisch zusammenführt. In Anlehnung an historische Nutz- und Klostergärten wurde der Garten in symmetrischen Formen angelegt, die Beete sind in schönen Konturen mit Buchsbaum gefasst. In der Mitte verläuft ein gerader Weg, der unter einem Rosenbogen hindurchführt, sich dahinter auftrennt, um ein ovales Beet zu umrunden und dann in einer lauschigen Fliederlaube zu münden. Es ist ein wundervolles Wegeerlebnis!

Der Rosenbogen wurde stilgerecht nachgebaut, ebenso wie der schmiedeeiserne Zaun, der das Gelände umgibt und in gründerzeitlichen (Vor)gärten nicht fehlen darf. Der Zaun wurde nach dem Vorbild eines Modells der Rendsburger „Carlshütte“ gefertigt, einem um die vorletzte Jahrhundertwende bedeutenden Metallverarbeitungsbetrieb. Die Tische und Stühle für den Kaffeegarten, der durch eine Eibenhecke vom Hauptgarten abgetrennt ist, sind großenteils Originalmöbel aus einem alten Busdorfer Gastgarten. Im Kaffeegarten steht auch ein Pavillon von 1910, der aus der Callisenstraße in Schleswig stammt und von Ernst Thomsen, dem Rektor einer Schleswiger Schule, erbaut wurde.

Aus einem alten Apothekergarten stammt das Vorbild für die hübschen Porzellanschilder, die der Beschriftung der Pflanzen dienen.

Pflanzenschätze in blau-weiß-rot

An der Eibenhecke zum Kaffeegarten, also dem Eingang des Gartens, blüht es in den schleswig-holsteinischen Landesfarben Blau-Weiß-Rot. Einer schönen Tradition folgend geben sich Veilchen, Schwertlilien und Hortensien in blau, Tränende Herzen, Myrtenastern und weiße Tränende Herzen in weiß und Bartnelken, Bauern- und Stockrosen in rot ein Stelldichein.

Ovale Rosenbeete bilden das Herz der Anlage, wodurch der Bedeutung von Rosen in der Gartenkultur, insbesondere auch in den Bauerngärten Angelns, Rechnung getragen wird. Etliche Rosen, die um 1900 in die Gärten eingeführt wurden, sind hier versammelt, unter anderem ’Gruß an Teplitz’ (1897), ’Gruß an Aachen’ (1908) und ’May Queen’ (1898). Aber auch ältere Rosen, die Apothekerrose Rosa officinalis (1310) und die großblütige Centifolie (Rosa centifolia ’Major’), die schon im Mittelalter auch als Nutzpflanzen dienten, sind zu bewundern.

Auf einer Seite der Rosenbeete liegen die Gemüsebeete, die alljährlich mit alten, seltenen und vor allem auch sehr dekorativen Gemüsesorten bestückt werden. Auf der anderen Seite befinden sich Beerenobst- und Gewürzbeete, in denen altbekannte Beerenobstsorten wie die Johannisbeere „Weiße Versailler“ und verschiedene Stachelbeeren an alte Bauerngärten erinnern. Auch Bluthasel wächst hier und erinnert an die Zeit um 1900, die für diesen Garten als Inspiration diente. Verschiedene Kräuter in diesem Beet waren bereits im hohen Mittelalter der Äbtissin Hildegard von Bingen bekannt, die bedeutende Pflanzen- und Medizinkenntnisse besaß. Hierzu zählt unter anderem die Weinraute. An der rückwärtigen Gartenmauer gedeihen Wein und Spalierobst in alten regionalen Sorten. Die Fliederlaube bildet hier einen ganz besonderen Gartenplatz, den man im Mai unbedingt erobern sollte!

Adresse

Suadicanistraße 46-54
24837 Schleswig
Telefon 04621 - 96760

Eigentümer: Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloss Gottorf

Öffnungszeiten

Derzeit ist der Museumsgarten im Volkskunde Museum nicht zugänglich.

Anreise

Icon Parken auf dem Museumsgelände

Icon Bus 1503 Suadicanistraße

Serviceinformationen

Icon WC   Icon Hund erlaubt   Icon Rollstuhl

Angebote

Führungen: Führungen nach Voranmeldung, T 04621 - 967612 oder 96760
Veranstaltungen: verschiedene Aktionstage

Angebote für Kinder

Gastronomie

Icon  Cafe  Antik- und Gartencafé im Volkskunde Museum

Gärtnereien & Läden

Gärtnereien: Gärtnerei Petersen

Weiterführende Informationen

Ostseefjordschlei GmbH
Tourist Information Schleswig
Touristinformation Schleswig

 

Kontakt

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